Tunesien: Gafsa-Massenprozess hat begonnen – Acht Angeklagte wurden freigesprochen

Am Donnerstag, 4. Dezember 2008, wurde in Gafsa, rund 350 Kilometer südwestlich von Tunis, der Prozess gegen 38 Teilnehmer und „mutmaßliche Rädelsführer“ der sozialen Revolte vom Frühjahr 2008 in der Region Gafsa und Redeyef eröffnet. Angeklagt ist eine Gruppe von Tunesiern, die sich überwiegend aus Gewerkschafter/innen, darunter auch viele Lehrer und Lehrerinnen aus der Region, zusammensetzt.

In den meisten Fällen wird den Angeklagten die „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ sowie „Vorbereitung von Attentaten“ vorgeworfen. Zusätzlich wird dem in Paris wohnhaften Tunesier Mohieddine Cherbib, Vorsitzender der französisch-tunesischen „Vereinigung für Bürgerrechte auf beiden Ufern (des Mittelmeers) FTCR“, wegen der „Mitgliedschaft in einer Bande“ sowie der „Verbreitung von der öffentlichen Sicherheit abträglichen Dokumenten“ der Prozess gemacht.

Das Verfahren gegen acht der Angeklagten wurde eingestellt, sie wurden von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen, der Prozess gegen die verbleibenden 30 Angeklagten wurde auf den 11. und 12. Dezember 2008 vertagt. Etwa 100 nationale und internationale Beobachter aus Politik und Gewerkschaft aus Frankreich, Marokko und Algerien nahmen am Prozessauftakt teil, darunter auch eine Reihe von engagierten Anwältinnen und Anwälten.

Nach einem Bericht von Bernhard Schmid, Labournet

Veröffentlicht am 13. November 2008 in der Kategorie „Gafsa – Redeyef“ des Blogs TunisianGhost