Die Medina von Sousse – UNESCO Weltkulturerbe

Sousse war während der Aghlabidenzeit (800-909) ein wichtiger Handels-und Kriegshafen und ist ein typisches Beispiel für eine Stadt aus dem ersten Jahrhundert des Islam. Mit seiner Kasbah, den Wällen, der Medina mit der Großen Moschee, der Bu Ftata Moschee und dem typischen Ribat (sowohl Festung als auch religiöses Gebäude), war Sousse Teil eines Küstenschutzsystems.

Gelegen im tunesischen Sahel bildet die Medina von Sousse einen harmonischen archäologischen Komplex des arabisch-muslimischen Urbanismus und spiegelt eine Küstenstadt wieder, die zur damaligen Zeit vielfältigen Gefahren aus Richtung des Meeres und der Piraterie ausgesetzt war. Zusammen mit der Medina von Monastir stellt sie einen einzigartigen Prototyp der militärischen Küstenschutzarchitektur des ersten Jahrhundert des Islams dar.

Sousse Medina Stadtmauer
Sousse Medina Stadtmauer

Sousse wurde im 9. Jarhundert vor Chr. als ein phönizischer Außenposten und Hafen unter dem Namen Hadrumetum gegründet und hat verschiedene Herrschaftszeiten durchlebt, eine freie römische Stadt, die Hauptstadt der Byzacium unter Diokletian, die Vandalenstadt Hunericopolis und schließlich die byzantinische Stadt Justiniana oder Justinianopolis. Allerdings hat kein Denkmal aus dieser Zeit überlebt, denn während der Eroberung Ifriqiyas zerstörte Oqba ibn Nafìi nach einer zweimonatigen Belagerung Justinianopolis völlig. Im späten 7. Jahrhundert wurde auf den Ruinen eine völlig neue Stadt erbaut, das heutige Sousse.

Sousse Ribat
Sousse Ribat

Das älteste Monument ist der Ribat, der aus dieser Zeit stammt. Er war Teil der islamischen Verteidigung gegen die byzantinischen Flotten. Die Ribats beherbergten die Garnisonen der Verteidiger des Glaubens, was sich in der strengen Architektur widerspiegelt. Im Jahr 821 vollendete der Emir Ziyadat Allah das Bauwerk mit einer eckigen Bastion mit Turm, der sowohl als Wachturm sowie als Minarett diente. Von hier aus starteten muslimische Truppen 827 die Eroberung Siziliens.

Sousse Medina
Sousse Medina

Unter den Aghlabids (800-909) blühte Sousse schnell auf. Verschiedene signifikante Denkmäler wurden in diesem goldenen Jahrhundert errichtet: die Moschee von Bu Ftata, die erste Kasbah und die Große Moschee wurden von Emir Abdul Abbas Mohammed gegründet. Im Jahre 859 wurden die Stadtmauern fertiggestellt, die umliegenden Festungen machten die militärische Funktion des Ribats weniger wichtig, fortan wurde er vollständig in eine religiöse Funktion übernommen.

Der Hafen von Sousse verlor mit der Gründung von Mahdia im Jahr 916 an Bedeutung, konnte sich aber im 11. Jahrhundert neu etablieren. Im 12. Jahrhundert eroberten sizilianischen Normannen Sousse und hielten die Stadt für 11 Jahre. Nach der Einnahme von Mahdia durch die spanischen Truppen des Karls V. 1554 nahm die Rolle Sousse‘ wieder an Bedeutung zu.

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