Atlasgazellen aus Almeria in Andalusien und von Teneriffa auf den Kanaren für Tunesien

Im Nationalpark Jebel Serj im Gouvernorat Siliana sind dreiundvierzig Atlasgazellen aus Spanien eingetroffen, die zur Zucht dienen, mit dem Ziel, die tunesischen Wildbestände wiederherzustellen. Nach einigen Jahren der Reproduktion sollen die Tiere im Nationalpark ausgewildert werden. Fünfunddreißig Tiere stammen aus dem Reservat La Hoya in Almería, acht weitere stammen aus einem Park auf Teneriffa. Die Gazellen werden in Spanien  im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms nachgezüchtet.

Die Tiere werden bis zu ihrer Auswilderung von Wissenschaftlern begleitet, die auch die Angestellten des Nationalparks in der Behandlung der neuen Bewohner des Parks einweisen. Das Projekt wird vom spanischen Wissenschaftsrat (CSIC) gemeinsam mit der tunesischen Regierung und der Nichtregierungsorganisation „Tunisia Wildlife Conservation Society“ durchgeführt. Langfristig soll damit dem dramatischen Rückgang der Gazellen-Populationen in Nordafrika Einhalt geboten und die Bestände erhöht werden.

Die Cuviergazelle (Gazella cuvieri) lebt im Atlas-Gebirge in Nordafrika und gilt als bedroht, in Tunesien war sie sogar ausgestorben. Sie ist eine der wenigen bergbewohnenden Gazellenarten Afrikas und kommt in Höhenlagen bis 2.000 Metern vor. Eines der wichtigsten Schutzgebiete für diese Art ist der Djebel-Chaambi-Nationalpark, der die größte Population Tunesiens beherbergt.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Cuviergazelle über weite Teile Nordafrikas verbreitet, durch die Bejagung und die Einschränkung ihres Lebensraums durch Umwandlung in Viehweiden sind die Bestände drastisch zurückgegangen.
Heute bewohnt die Art nur mehr ein verkleinertes und zerstückeltes Gebiet. Schätzungen aus dem Jahr 2001 beziffern den Gesamtbestand auf 1500 bis 2500 Tiere, von denen rund 500 bis 1500 in Marokko, rund 560 in Algerien und weniger als 500 in Tunesien leben. Die IUCN listet die Art als bedroht (endangered).