Les Catacombes – Die christlichen Katakomben von Sousse

Ab dem ersten Jahrhundert n. Chr. wurden die Christen als eine Bedrohung für die Einheit Roms angesehen und von den römischen Behörden mehr als vier Jahrhunderte unterdrückt und verfolgt. Den Christen war es nicht einmal erlaubt, ihre Toten auf normalen Friedhöfen zu beerdigen. So gruben sie “Katakomben”, unterirdischen Gänge, zur Bestattung der Toten und der Ausübung religiöser Zeremonien und Gottesdienste.

Ifriqiya, die frühere römische Bezeichnung für die Provinz des heutigen Tunesien, war da keine Ausnahme. Christen wurden hier unterdrückt und in mehreren Amphitheatern in der gesamten antiken Provinz getötet.

Die Katakomben von Sousse wurden von der französischen Armee im 19. Jahrhundert entdeckt, es sind die einzigen in Tunesien, die für Besucher geöffnet sind und einen Blick auf diese unterirdischen Spuren des Christentums in der Antike erlauben. Die Katakomben sind Galerien, die sich über eine Gesamtlänge von fünf Kilometern erstrecken und mindestens 15.000 Gräber aus dem Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. beherbergen. Die Gräber sind auf zwei oder drei Ebenen angelegt, die Galeriewände enthalten Nischen für Lampen, die die Tiefen des Labyrinths erleuchten. Die Galerie, die für Besucher zugänglich ist, wird die “Katakombe des Guten Hirten” genannt und erstreckt sich über 1,6 km. Sie enthält etwa 6.000 Gräber.

Bei der Bestattung in den Katakomben von Sousse wurde die Leiche in calciumreichen Kalk getaucht und mit einem Tuch umhüllt. Sobald der Körper in seinem Grab beigesetzt war, wurde das Grab mit Fliesen oder Marmorplatten bedeckt, auf denen der Name des Toten geschrieben wurde. Einige Grabbeilagen können im Museum von Sousse besichtigt werden.
Viele Abschnitte der Katakomben wurden bisher aufgrund des modernen Neubaus noch nicht ausgegraben. Nejib Ben Lazreg, ein tunesischer Archäologe, sagte, dass sich viele Tunesier der Bedeutung der archäologischen Ruinen nicht bewusst sind, bisher wurden nur 200 Meter der Katakomben restauriert. “Die Ausgrabung der Katakomben muss gefördert werden”, sagte er. Ben Lazreg wies darauf hin, dass es andere Katakomben in den Küstenstädten von Lamta und Salakta gebe, dennoch liegen diese Ausgrabungen auf Eis seit Ende der 1990er Jahre aufgrund der fehlenden Finanzierung sowie dem Bau neuer Gebäude auf den archäologischen Stätten.

Foto (Skelett) by Slim AlilecheOwn work, CC BY-SA 3.0, Link

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Redaktion

– Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien
– Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs
– Seit 2010 wohnhaft in Tunesien