Die Wüstenameise Cataglyphis

Die Hochgeschwindigkeits-Wüstenameisen der Art Cataglyphis fortis gehören zu den faszinierendsten Navigatoren des Tierreiches. Sie orientieren sich mit einem Kompass und einem Entfernungsmesser. Forscher der Universität Zürich haben nun herausgefunden, wie der Entfernungsmesser funktioniert: Die Ameisen zählen ihre Schritte. 

In den Chotts und Salztonebenen der Sahara gehören die Wüstenameisen der Art Cataglyphis fortis zu den faszinierendsten Navigatoren des Tierreichs. Aber auch in den bewohnten Gebieten Tunesiens findet man sie immer häufiger. Auf windungsreichen Beutesuchläufen jagen sie oft mehr als hundert Meter weit über strukturloses Wüstengelände, um dann geradlinig auf kürzestem Weg zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Auf menschliche Dimensionen übertragen hiesse dies, nach 50 Kilometern Hin- und Herlaufen in der Wüste ohne technische Hilfsmittel in Sekundenschnelle die Richtung und Entfernung zum Startpunkt angeben zu können.

Für diese Wegintegration benötigen die Wüstenameisen sowohl einen Kompass, um die eingeschlagenen Richtungen, als auch einen Entfernungsmesser (Odometer), um die zurückgelegten Distanzen zu messen. Wie Professor Rüdiger Wehner und seine Mitarbeiter in jahrelangen Arbeiten an ihrer Feldstation in Maharès (Tunesien) und im Zürcher Labor zeigen konnten, bedient sich der Kompass eines für uns Menschen unsichtbaren Lichtphänomens am Himmel, das sich als Polarisationsmuster grossflächig über die ganze Himmelhalbkugel spannt.

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Redaktion

- Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien - Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs - Seit 2010 wohnhaft in Tunesien