Die Stadt Sousse (Hadrumetum)

Sousse (arabisch ‏Sūsa) ist eine Hafenstadt am Mittelmeer und zugleich die drittgrößte Stadt in Tunesien. Der Name ist berberischen Ursprungs; entsprechende Parallelen finden sich in Libyen. Im Süden Marokkos wird eine ganze Region als bilād al-sūs bezeichnet. 

Sousse Große Moschee

Die Stadt Sousse liegt rund 130 Kilometer südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis im Süden des Golf von Hammamet am Mittelmeer. Die Stadt hat 173.047 Einwohner, mit ihrem weiteren Umland 432.171 (Zensus 2004). Sie ist Hauptstadt des Gouvernements Sousse und Metropole des tunesischen Sahel. Die Medina (Altstadt) von Sousse geht auf das 9. Jahrhundert zurück und wird von einer 2,25 Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Sie gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geschichte

9. Jahrhundert v. Chr.: Gründung als Handelsstützpunkt durch die Phönizier unter dem Namen „Hadrumetum”.
Im 3. Punischen Krieg entging Hadrumetum der Zerstörung durch die Römer, weil es sich rechtzeitig von Karthago losgesagt hatte. Unter der römischen Herrschaft erlebte die Stadt bis ins 3. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Repressionen wegen der Teilnahme am Gordianus-Aufstand von 238 führten zum allmählichen Niedergang.
5. Jahrhundert: Herrschaft der Vandalen und die Umbenennung in „Hunerikopolis” (nach König Hunerich).
6. Jahrhundert: Byzantinische Rückeroberung durch Belisar und Umbenennung der  Stadt in „Justinianopolis” (nach Kaiser Justinian I).
7. Jahrhundert: Arabische Eroberung der Stadt durch ʿUqba ibn Nāfiʿ. Erst um 800 wurde sie von den Aghlabiden unter dem eingangs genannten Namen Sūsa neu gegründet und erlebte einen raschen Aufstieg als Hafen von Kairouan und Ausgangsbasis für die arabische Eroberung Siziliens. Während der Zeit der Aghlabiden entstanden der Ribat im Jahr 821, die Festung (Kasbah) 844 und die Hauptmoschee 851.
12. Jahrhundert: Besetzung von Sousse durch die Normannen. Während der türkischen Herrschaft war es wie andere Hafenstädte ein Stützpunkt der Korsaren, die von den maghrebinischen Barbareskenstaaten aus operierten. Dies hatte Angriffe der Spanier, Franzosen und Venezianer zur Folge, die zum allmählichen Niedergang der Stadt führten.
Nach 1881: Wiederaufstieg in der französischen Kolonialzeit mit dem Bau der Neustadt und des Hafens, der vor allem der Ausfuhr von Phosphat diente. Sousses stetiger Aufstieg wurde nur vom Zweiten Weltkrieg vorübergehend unterbrochen.

Sousse Medina

Neuzeit: Heute gründet sich Sousses wirtschaftliche Bedeutung hauptsächlich auf seine Rolle als Ausfuhrhafen. Daneben haben sich in Sousse vor allem die Textilindustrie und die Nahrungsmittel verarbeitende Industrie angesiedelt. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor hat sich der Tourismus etabliert. Im Norden von Sousse befinden sich im Strandbereich Hotels mit einer Kapazität von 40.000 Betten.

Der Bahnhof von Sousse liegt an der SNCFT-Hauptstrecke von Tunis nach Sfax, die auch Ligne de la Côte bezeichnet wird. Es verkehren mehrere Züge täglich bis Gabès und Tunis. Die Stadt verfügt über mehrere Louage-Stationen. Die Taxis fahren täglich nach Tunis, Monastir, Kairouan, Sfax-Gabès, Kasserine, Gafsa und in die umliegenden Siedlungen. Es gibt auch nach Tripolis, Libyen direkte Verbindungen.

Desweiteren betreibt die SNCFT eine Nahverkehrsbahn, die sogenannte Metro du Sahel. Sie verbindet Sousse über Skanes und Monastir mit Mahdia. Der Ausgangspunkt der Metro liegt am südlichen Hafen am alten Stadttor Bab Djedid.

Sousse kann sowohl vom zehn Kilometer entfernten Flughafen Monastir als auch vom etwa 30 Kilometer entfernten Flughafen Enfidha-Hammamet erreicht werden.

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Redaktion

– Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien
– Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs
– Seit 2010 wohnhaft in Tunesien