Versunkene Teile von Neapolis (Hammamet) werden erforscht (Aktualisiert)

Ein tunesisch-italienisches Archäologenteam aus sardischen, tunesischen und algerischen Wissenschaftlern haben vor Hammamet Teile einer versunkenen Stadt entdeckt. Sie gehören zum historischen Neapolis aus römischer Zeit, dass in der Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört und aufgegeben wurde. Rund 20 Hektar der Stadt befinden sich unter Wasser.

Neapolis Taucherarbeiten
Neapolis Taucherarbeiten

Erste Hinweise hatte es durch Luftaufnahmen gegeben, bei denen Umrisse von Gebäuden festgestellt werden konnten. Als dann noch eine massive Kalksteinplatte gefunden wurde, regte man eine wissenschaftliche Untersuchung an. Das Projekt wurde 2010 genehmigt und durch die Universität Oristano finanziert.

Insgesamt neun wissenschaftliche Missionen wurden seitdem unternommen, die letzte Forschungsmission vom 2. bis zum 15. Juli 2017 war dann so erfolgversprechend, dass die nächste Aktion bereits für den August 2017 geplant ist. Die Reliefs, die durch Taucher und Flugzeuge während der Mission durchgeführt wurden, erlaubten einen groben Plan der versunkenen Stadt zu erstellen, die etwa ein Drittel der Größe der terrestrischen Colonia Iulia Neapolis hat. 

Neapolis Taucherarbeiten
Neapolis Taucherarbeiten

Die bekannten, noch auf dem Festland befindlichen Teile von Neapolis (Colonia Iulia Neapolis) waren von Wissenschaftlern der italienischen Universität Sassari und von Professor Mounir Fantar vom Nationalen Institut für das Kulturerbe (INP) untersucht worden. Es handelte sich dabei um eine Art Industriegebiet für die Verarbeitung von Fisch. Es wurden Reste von rund 100 großen Tanks entdeckt, in denen Sardinen und Thunfischteile in Salz und Gewürze eingelegt wurden, um sie haltbar zu machen. Nachfolgend wurden die Fische in Tonkrüge platziert, auf Schiffe verladen und in verschiedene Mittelmeerländer exportiert.

Im 4. Jahrhundert nach Christus gab es starke seismische Aktivitäten im Mittelmeer. Das schwerste Beben war das Erdbeben vor Kreta 365 n. Chr.. Es war ein unterseeisches Erdbeben im östlichen Mittelmeer, dessen nachfolgender Tsunami im Morgengrauen des 21. Juli 365 Zerstörungen in den Küstenregionen Zentral- und Südgriechenlands, Libyens, Ägyptens, Zyperns und Siziliens anrichtete. Bei diesem Beben wurde die Küstenlinie von Kreta um 9 Meter angehoben. Das Epizentrum wird heute in der Nähe Kretas angenommen; die Stärke des Bebens dürfte bei einer Magnitude von 8 oder höher gelegen haben. Mehr zu Tsunamis und Erdbeben im Mittelmeer finden Sie auf der Seite unserer Wetterstation soussewetter.de (Direktlink).

Neapolis Taucherarbeiten
Neapolis Taucherarbeiten

Bilder: Professor Mounir Fantar (INP)

Quelle & Titelbild: Presseagentur Ansamed (Italien)

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Redaktion

- Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien - Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs - Seit 2010 wohnhaft in Tunesien