Gafsa: Geschätzte Verdopplung der Pistazienernte auf 1.200 Tonnen

Die Pistazienernte in Gafsa wird in wenigen Tagen beginnen, die regionale Kommission zur Entwicklung der Landwirtschaft (CRDA) schätzt die aktuelle Produktion auf 1.200 Tonnen, das wäre das Doppelte der letzten Ernte aus dem Jahr 2016, die nur 600 Tonnen einbrachte. Begünstigt wurde die Rekordernte duch bedeutende Niederschläge zu Beginn der Wachstumsphase.

Mit dieser Ernte würde die Region an erster Stelle in der nationalen Pistazienproduktion liegen. 

Pistazienbäume erstrecken sich in Gafsa über eine Fläche von 15.850 Hektar im Trockenanbau, vor allem in den Delegationen von Nord-Gafsa, Sened, Sidi Aich, Oum Larayes und El Guettar.

Info zur Pistazie (Wikipedia):

Der Pistazienbaum (Pistacia vera) oder vereinfacht Pistazie ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Zur Unterscheidung von den anderen Arten der Gattung Pistazien (Pistacia) genauer Echte Pistazie genannt, ihre Steinfrucht Pistazie.

Die Pistazie erreicht Wuchshöhen von bis zu 12 Meter und wird bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln können sich bis in eine Tiefe von 15 Meter erstrecken. Pistacia vera ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Früchte sind oval und besitzen eine dünne, harte Schale, der essbare hellgrüne Pistaziensamen (die Keimblätter) ist von einer rosa oder bräunlichen Haut umgeben.

Pistazien gehören zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und sind heimisch im Nahen Osten. Wilde Pistazien (Pistacia atlantica oder Pistacia khinjuk) wurden seit dem Natufien (Epipaläolithikum) gesammelt und unter anderem in Abu Hureyra in Syrien nachgewiesen. Ein gezielter Anbau fand spätestens seit der Antike statt. Pistazien breiteten sich vom Nahen Osten auf das Mittelmeergebiet aus und wurden schnell zu einer geschätzten Delikatesse unter Königen, Reisenden und einfachem Volk gleichermaßen.

Die Legende besagt, dass die Königin von Saba die Pistazien zu einem ausschließlich königlichen Nahrungsmittel ernannte und es dem einfachen Volk verbot, sie für den persönlichen Verzehr anzubauen. Nebukadnezar, König von Babylon, ließ angeblich Pistazienbäume in seinen Gärten pflanzen. Im 1. Jahrhundert n. Chr. soll Kaiser Vitellius sie in seiner Hauptstadt Rom eingeführt haben.

Die Pistazie wurde als Färbemittel und Heilmittel für Beschwerden wie Zahnschmerzen bis hin zu Leberzirrhose verwendet. Der hohe Nährwertgehalt und die lange Haltbarkeit haben die Pistazie auch zu einem unverzichtbaren Reisegut unter frühen Forschungsreisenden und Händlern gemacht. Zusammen mit Mandeln wurden Pistazien von Reisenden auf der antiken Seidenstraße zwischen China und dem Westen mitgeführt.

In den 1880er Jahren wurden Pistazien für Einwanderer aus dem Nahen Osten nach Amerika importiert und etwa seit dem dort auch angebaut. Dem Rest der USA wurden sie ungefähr 50 Jahre später als Snack vorgestellt.

Quelle: TAP
Foto: Von קובי שוץ/kobi schutzEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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Redaktion

– Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien
– Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs
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