Energieunternehmen TuNur stellt Antrag für 6,5 GW Solarprojekt

Das Unternehmen TuNur Limited hat beim tunesischen Ministerium für Energie, Bergbau und erneuerbare Energien den Antrag zur Genehmigung des Baus eines 4,5 Gigawatt Solarstrom-Export-Kraftwerks gestellt. Der Solarkomplex soll in der tunesischen Sahara im Südwesten des Landes nahe Réjim Maâtoug (Gouvernorat Kébili) entstehen, die dringend benötigte wirtschaftliche Entwicklung der Region tief im Landesinneren fördern und den wachsenden europäischen Markt mit kohlenstofffreiem Strom versorgen. 

Das Projekt umfasst ebenso Programme für die Entwicklung der Region sowie die Teilnahme der tunesischen Industrie in der Versorgungskette. Teile der Stromproduktion werden für den regionalen und nationalen Verbrauch zur Verfügung stehen. TuNur verspricht für die Bauphase von 6 Jahren 22.000 neue Arbeitsplätze.

Am Ende soll der Kraftwerkskomplex eine Fläche von 100 Quadratkilometern einnehmen, bei Komplettausbau sogar 250 Quadratkilometer, das wäre die Größe der maltesischen Hauptinsel. 

Dieses Solarstromprojekt ist Teil der Lösung für die zunehmend dringenden Harausforderungen Europas auf dem Energiesektor: Das Erreichen der Emissionsreduktionsziele des Treffens in Paris, das Ersetzen veralteter Kraftwerke, die auf fossilen Brennstoffen und Atomeenergie beruhen, die Verringerung der Abhängigkeit von importierten, fossilen Brennstoffen und den erwarteten Anstieg benötigter Energie für Elektrofahrzeuge zu befriedigen. Die aus Tunesien durch TuNur gelieferte Energie würde ausreichen, über 5 Million Haushalte in Europa oder über 7 Millionen Elektrofahrzeuge zu verrsorgen. 

TuNur HGÜ-Kabel
TuNur HGÜ-Kabel

Drei unterseeische Hochspannungskabel zur Gleichstromübertragung (HGÜ, englisch HVDC), die die Energie verlustarm nach Europa leiten können, sind schon in der Entwicklung. 

Das erste Kabel wird Tunesien mit Malta verbinden. Malta ist schon mit dem europäischen Verbundnetz verbunden, diese Verbindung wird Maltas Position als einen Energieknotenpunkt im Zentrum des Mittelmeeres stärken. Für diese Verbindung ist ein erstes 250-Megawatt-Turmkraftwerk geplant, dass schon 2020 ans Netz gehen und Strom für Malta liefern könnte. Dafür sind 1,6 Milliarden Euro als Investition vorgesehen.

Das zweite Kabel wird Tunesien mit einem Knotenpunkt nördlich von Rom in Zentralitalien verbinden. Dieses zweite Kabelsystem ist schon seit mehreren Jahren in Entwicklung und wird von der Europäischen Gemeinschaft als „Projekt von gemeinsamen Interesse“ bewertet. Den Strom für diese Kabelverbindung nach Italien soll in der zweiten Ausbaustufe ein Solarturm-Kraftwerk mit Flüssigsalzspeicher und einer Kapazität von 2.000 Megawatt hinzukommen.

Ein drittes Kabel, das Tunesien direkt mit Südfrankreich verbinden soll, ist in der Planung. Für diese Verbindung könnte ein ebensolches Solarkraftwerk  mit einer Kapazität von 2 Gigawatt gebaut werden. 

Laut Kevin Sara, Generaldirektor der TuNur, „stünde die Wirtschaftlichkeit des Projekts außer Frage. Diese Region der Sahara erhalte das Doppelte jeden anderen Standortes in Mitteleuropa an Sonne, somit könne für die gleiche Investitionssumme das Doppelte an Energie gewonnen werden. In einer subventionsfreien Umgebung werden wir immer ein Low-Cost-Produzent sein, auch wenn die Übertragungskosten berücksichtigt werden“.

Mohamed Larbi Ben Said, Vorsitzender der regionalen Kollektive für Landmanagement, El Ghrib, der das Land gehört, welches TuNur für das Projekt leasen will, fügte hinzu: „Dieses Projekt unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung sowohl der Region als auch unserer Gemeinschaft, es gibt wertlosem Wüstenland einen reellen Wert. Wir sind sehr zufrieden, bei diesem wichtigen tunesischen Projekt im Bereich der nachhaltigen Entwicklung unseren Beitrag leisten zu können“. 

Hintergrund TuNur:

TuNur Limited ist eine private Gesellschaft mit Sitz in Großbritannien. Die Anteilseigner sind die Nur Energie Limited, ein Entwickler für Solarkraftwerke, sowie tunesische und maltesische Investoren. Zusätzlich zu TuNur ist die Gesellschaft Nur Energie in Frankreich, Italien und Griechenland aktiv. 

Tunesien exportiert seit 1983 Energie nach Europa, als die erste Gas-Pipeline zwischen Algerien und Italien via Tunesien in Betrieb genommen wurde. Im Jahr 2015 verabschiedete das Tunesische Parlament das neue Gesetz für erneuerbare Energien, welches eine spezifische Bestimmung zur Authorisierung des Exports erneuerbarer Energien enthält. 

Quelle: Pressemeldung TuNur (englisch)

Bilder/Grafik: TuNur

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Redaktion

- Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien - Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs - Seit 2010 wohnhaft in Tunesien