Kennen Sie die Olivensorten Tunesiens?

Tunesien hat dank seiner geografischen und historischen Lage, wo sich die verschiedensten Kulturen von Andalusien bis zum Nahen Osten getroffen und Handel betrieben haben, ein sehr reiches und diversifiziertes genetisches Erbe an Olivenbäumen erhalten. Doch nur zwei Olivensorten machen das Wesen des tunesischen Olivenanbaus aus.

Die Olivenernte ist in vielen Teilen des Landes im vollen Gange und Tunesien erwägt angesichts einer erwarteten Rekordernte 2017/2018 den Export von fast 200.000 Tonnen Olivenöl, von denen mehr als 25.000 Tonnen konditioniert (Wassergehalt wurde durch Hitzeeinwirkung gesenkt) sein werden. 

Die Sortenvielfalt ist groß und reichhaltig, aber nur zwei Sorten machen das Wesen des tunesischen Olivenanbaus aus, nämlich die “Chemlali” und die “Chetoui” Olive. Es gibt auch andere, so genannte sekundäre Sorten, die in kleineren Gebieten angebaut werden, namentlich die Olivensorten “Oueslati”, “Chemchali”, “Zalmati”, “Zarrazi”, “Gerboui” und “Sayali” (siehe Karte unten).

Die Sorte Chemlali

Olivensorten Tunesien: Chemlali
Chemlali Olive (Region Sfax)

Die Chemlali Olive wird in den warmen Küstenzonen und flachen Steppenregionen kultiviert. Fast 85% der Olivenanbaufläche sind mit Chemlali Oliven besetzt und tragen über 80% zur nationalen Olivenölproduktion bei. Das Öl der Chemlali ist gekennzeichnet durch einen etwas bitteren und scharfen Geschmack, manchmal mit einem tomatigen Geschmack. 

Die Sorte Chétoui

Olivensorten Tunesien Chétoui
Chétoui-Olive

Die Chétoui Olive wird angebaut in Küstengebieten, Tälern und dem Hochland des Nordens. Sie bedeckt ungefähr 15% der Olivenanbauflächen. Ihr Öl wird charakterisiert durch Fruchtigkeit und einer Dominanz von geschnittenem Gras. Das Öl aus der Chétoui-Olive ist sehr beliebt für den Reichtum an phenolischen und antioxidativen Verbindungen.

Die nachfolgende Karte zeigt den Katalog der einheimischen Varietäten und lokalen Typen, aufgeschlüsselt nach Region.

Karte Olivensorten Tunesien
Karte Olivensorten Tunesien – (TRIGUI, A. et MSALLEM M. (2002): «Catalogue des variétés Autochtones et types locaux». IRESA. N°132, pp. 159-176.)

Quelle: Webdo

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Redaktion

– Seit 2000 regelmäßig als Urlauber in Tunesien
– Seit 2006 als Individualreisender in Tunesien unterwegs
– Seit 2010 wohnhaft in Tunesien