Umweltverschmutzung: Der See von Bizerté wird innerhalb von 5 Jahren gereinigt

Bis zum Jahr 2023 soll das Reinigungsprojekt des Sees von Bizerté fertig gestellt sein, sagt der tunesische Minister für lokale Angelegenheiten und Umwelt, Riadh Mouakhar bei einer Sitzung des Lenkungsausschusses für das Reinigungsprojekt des Sees. Seit vielen Jahren wird der See durch das Unternehmen El Foueledh, das auf die Stahlherstellung spezialisiert ist, die Tunesische Raffineriegesellschaft (STIR) und die Zementfabrik „Ciment de Bizerte“ verschmutzt.

Der See von Bizerte, auch bekannt als die Lagune von Bizerte, liegt südlich der Stadt Bizerté und erstreckt sich mit einer Tiefe von 7 bis 12 Metern über eine Fläche von 120 km2. Der Salzwassersee ist über einen sieben Kilometer langen Kanal mit dem Mittelmeer und durch den Oued Tinja mit dem westlich gelegenen Ichkeul-See verbunden.

Im November 2016 begannen die tunesischen Behörden mit der Reinigung des Sees, der an einigen Stellen aufgrund der Einleitung von Abwässern aus den nahe gelegenen Industriezweigen eine rötliche Färbung eingenommen hatte. Das „Integrierte Projekt zum Schutz des Bizerté-Sees“ wird die sanitäre und umwelttechnische Infrastruktur der Unternehmen in der Nähe des Sees verbssern, genqauso wie die Sanierung des Seeufers und die Erweiterung des Fischereihafens  von Menzel-Abderrahman.

Laut Riadh Mouakhar gilt der See von Bizerté als „die wirtschaftliche und ökologische Lunge der gesamten Region“. „Industrielle und landwirtschaftliche Aktivitäten sowie die städtische Expansion in der Region haben die Verschmutzungsprobleme verschärft“.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 240 Millionen Dinar oder 80 Millionen Euro. Es wird von der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) und einem Zuschuss der Delegation der Europäischen Union in Tunesien finanziert.

Der See Bizerte, der als sensibles Meeresverschmutzungsgebiet gilt, wurde in die Programme zur Verringerung der Verschmutzung im Rahmen der Europa-Mittelmeer-Initiative „Horizont 2020“ aufgenommen. Die Initiative wurde 2006 mit dem Ziel ins Leben gerufen, eine globale Strategie zur Entschärfung des Mittelmeeres zu fördern.

Quelle: Afrik21