Tunesiens christliche Päpste

In den ersten 6 Jahrhunderten nachchristlicher Zeitrechnung war Tunesien christlich geprägt, so ist es nur natürlich, dass Menschen aus dem damaligen Tunesien auch christliche Päpste stellten. Um genau zu sein waren es drei Päpste, Viktor I. (189-199), Miltiades (310-314) und Gelasius I. (492-496). Erinnerungen an diese Zeit findet man in den Sammlungen des Nationalen Museums von Bardo in Tunis, in Karthago und in Sbeitla. Sie sind Teil des nationalen Erbes und der Vielfalt tunesischer Geschichte.

Viktor I

Der heilige Viktor I. († 199 in Rom) war der 14. Bischof von Rom von 189 bis zu seinem Tod im Jahre 199. Er war ein energischer Bischof und wurde bekannt für die Latinisierung der römischen Kirche, die damals noch stark von griechischen Einflüssen dominiert war. Sein katholischer Gedenktag ist der 28. Juli. Der Name dieses Bischofs ist insbesondere mit der Streitfrage hinsichtlich des Ostertermins verbunden, die schon seit Anicetus heiß diskutiert worden war.

Das Osterfest wurde von den kleinasiatischen Gemeinden, den sogn. Quartodezimanäern am 14. des jüdischen Monats Nisan (Paschafest) gefeiert, in der westlichen Kirche am darauffolgenden Sonntag. Unklar sind die Beweggründe – möglicherweise das Interesse der Vereinheitlichung, eventuell auch die Propaganda eines gewissen Blastus gegen den westlichen Ostertermin oder das Bestreben, den Termin des Paschafests zu vermeiden. Die letztgenannte Möglichkeit scheint insbesondere wahrscheinlich zu sein, da die zu dieser Zeit noch junge christliche Kirche sich von ihrem jüdischen Ursprung klar distanzieren wollte.

Sehr energisch wandte sich Viktor I. gegen die Lehre des aufkommenden Monarchianismus, Christus sei bis zu seiner Taufe ein gewöhnlicher Mensch gewesen. In der Folge exkommunizierte er den Geldhändler Theodotus von Byzanz, den Führer dieser Gruppe und den Schriftsteller Florinus.

Miltiades

Miltiades oder Melchiades (hebr.-lat.: der Königliche; † 10. oder 11. Januar 314; andere Namensformen: Meltiades, Melciades, Milciades, Milziade und Miltides) war vom 2. Juli 310 bis zum 10. oder 11. Januar 314 der 32. Bischof von Rom (Papst).

Verdienste um die Kirche erwarb er sich durch die Bekämpfung des Montanismus. Er hielt 313 auch die Lateran-Synode in Rom, auf der Caecilianus und Donatus als Häretiker verurteilt wurden. Seine Reliquien befinden sich in der Calixtus-Katakombe in der so genannten Region des Papstes Miltiades.

Seine Gedenktage sind:
katholisch: 10. Januar
orthodox: 10. April

Gelasius I

Gelasius I. (* vor 492; † 496?) war der 49. römische Papst von etwa 492 bis ungefähr 496. Vermutet wird eine Dauer des Pontifikats vom 1. März 492 bis 21. November 496. Er war Kabyle und der dritte afrikanische Papst. Sein Name bedeutet: „der Heitere“ (griech.).

Papst Gelasius I. formuliert gegenüber Kaiser Anastosios I., Odoaker und Theoderich das Verhältnis des Papsttums („auctoritas sacrata pontificum“) und des Kaisertums („regalis potestas“) als der beiden gemeinsam die Welt regierenden Mächte im Sinne der auf ihn zurückgeführten Zwei-Schwerter-Theorie. Er setzte sich für die Behauptung der dem Bischof von Rom in Süd- und Mittelitalien verbliebenen Rechte und Besitzungen ein.

Gelasius ist auch für den Erstbeleg des Adjektivs modernus bekannt, das er benutzt, um neue Lehren („admonitiones modernas“) von alten Regeln („antiquis regulis“) abzugrenzen.

Bis heute haben wir etwas von Papst Gelasius. Ihm wird die Einführung des Tages der Liebe, dem Valentinstag zugeschrieben. Dieser Tag wird heute noch am 14. Februar von Liebenden in aller Welt begangen.

Der katholische Gedenktag ist der 21. November.