Shell, Total und ENI wollen wieder in Tunesien investieren. Briten zeigen Interesse

Tunesien arbeitet daran, das erneute Interesse der Investoren an der Exploration von Kohlenwasserstoffen aufgrund steigender Ölpreise auf dem internationalen Markt (aktuell 78 US-Dollar/Barrel) zu nutzen und mehr ausländische Investitionen in den Energiesektor zu locken. Das ist das Fazit aus der internationalen Konferenz über die Entdeckung und die Produktion von Kohlenwasserstoffen in Tunesien, die am Dienstag (23.10.2018) in Tunis endete.

In diesem Zusammenhang haben mehrere internationale Unternehmen wie die italienische ENI, Shell und Total ihre Absicht ausgedrückt, wieder in den Sektor zu investieren, sagte der Minister für Industrie und kleine und mittlere Unternehmen, Slim Feriani, gegenüber der Nachrichtenagentur TAP. Er fügte hinzu, dass sein Ministerium während seines Besuches in London in der letzten Woche auch Investitionszusagen von britischen Unternehmen erhalten habe.

In den letzten Jahren hatte Tunesien aufgrund von sozialen Spannungen, Protesten und Blockaden von Ölfeldern einen Rückgang der ausländischen Investitionen im Energiesektor zu beklagen, vor allem im Süden des Landes. Ausländische Produktionsfirmen verließen das Land. Dazu kam der Rückgang des Ölpreises auf bis zu 40 Dollar/Barrel. Als Folge davon kam es seit 2011 zu einem Rückgang der Kohlenwasserstoffproduktion um 50% auf 40.000 Barrel Öl pro Tag im Vergleich zu 80.000 Barrel, die noch im Jahr 2010 verzeichnet wurden. Dasselbe gilt für die Anzahl der Bohrlöcher, von denen nur noch sechs aktiv sind gegenüber 38 im Jahr 2010.

Obwohl der Anstieg der Ölpreise auf den internationalen Märkten negative Auswirkungen auf das Handelsdefizit hat, bietet diese Situation Tunesien die Möglichkeit, ausländische Investitionen zugunsten dieser Aktivität anzuziehen.

Zwischen 2019 und 2020 soll wieder die Zahl von zwanzig aktiven Bohrlöchern erreicht werden, zusätzlich zu der Entwicklung von 35 weiteren Bohrstellen, die 80.000 Barrel TEP (Maßeinheit für den Heizwert einer Tonne Öl) erzeugen würden (50% Öl und 50% Gas).

Laut Feriani werde die Energieproduktion voraussichtlich um 30 bis 40% steigen, wenn das Nawara-Gasfeld in Tataouine im Juni 2019 in Produktion geht.

Foto: Symbolfoto Station Nawara Fella 1 von Karim2kTravail personnel, CC BY-SA 3.0, Lien

Quelle: African Manager