Frau (30) sprengt sich auf der Avenue Habib Bourguiba in Tunis in die Luft (Aktualisiert)

Auf der Avenue Habib Bourguiba in Tunis hat sich gegen 13:55 Uhr eine Frau mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Acht Polizisten und zwei Zivilisten wurden verletzt. Am Abend wurde bekannt, dass insgesamt 20 Personen verletzt wurden, darunter 15 Sicherheitskräfte und 5 Zivilisten. Der Anschlag richtete sich gegen eine Sicherheitspatrouille in der Nähe des El Hana Hotels. Die Frau, die sich in die Luft sprengte, war 30 Jahre alt und kommt aus Sidi Alouan in Mahdia.

Nach dem Selbstmordattentat kam es auf der Avenue Habib Bourguiba zu panischen Szenen.

Ein Krisenstab im Innenministerium wurde eingerichtet. Kurz danach haben Sicherheitseinheiten zwei Personen, darunter eine weitere Frau, unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Selbstmordanschlag in der Nähe des Tatortes festgenommen. Später wurde gemeldet, dass diese Verdächtigen nichts mit dem Anschlag zu tun hatten.

Die Avenue Habib Bourguiba in Tunis wurde aufgrund des Selbstmordattentats evakuiert, Sicherheitszonen wurden eingerichtet.

Nach ersten Ermittlungsergebnissen soll die Selbstmordattentäterin mit der Terroroganisation Daesh (Islamischer Staat) in Verbindung gestanden haben. Die Attentäterin ist ohne bekannte Verbindungen zu Extremisten und zuvor nicht polizeilich bekannt gewesen. Auch wurde kein Bekennerschreiben gefunden. Ihr Name ist Mouna Guebla und sie wurde am 1. November 1988 geboren (30). Die Frau stammt aus dem kleinen Ort Sidi Alouan im Gouvernorat Mahdia. Sie hatte vor vier Jahren einen Abschluss in Business-English erhalten, war allerdings arbeitslos. Alle ihre Dokumente und Computer wurden zu Ermittungszwecken von der Terrorabwehrbrigade in El Gorjani beschlagnahmt.

Die Sicherheitskräfte haben die Familie der Selbstmordattentäterin festgenommen, um sie zu befragen.

Laut des Korrespondenten von Nessma TV in Mehdia sagten die Nachbarn, dass die Selbstmordattentäterin keine Anzeichen für die Zugehörigkeit zu einer extremistischen Strömung gezeigt habe, allerdings hätte sie sich nach ihrer Ankunft in Tunis isoliert. Laut ihrer Familie war sie in die Hauptstadt gezogen, um nach einem Job zu suchen. Die Familie hätte seit ihrer Abreise nach Tunis keine Nachricht von ihr mehr erhalten.

Verletzte Polizisten nach dem Attentat
Verletzte Polizisten nach dem Attentat

Der Innenminister, Hichem Fourati hat in einem Telefoninterview mit Shems FM Einzelheiten zu den Verletzten mitgeteilt. Demnach wurden 20 Personen verletzt, darunter 15 Sicherheitsleute. Es wurden jedoch keine ernsthaften Verletzungen verzeichnet. Die Betroffenen wurden ins Krankenhaus verlegt, fünf von ihnen haben die Gesundheitseinrichtung bereits verlassen.

Die junge Frau hatte sich kurz vor 14 Uhr der Sicherheitspatrouille vor dem Stadttheater genähert und sich dann in die Luft gesprengt. Die Attentäterin starb sofort. Die verwendete Bombe war hausgemacht und hat keine große Menge Sprengstoff enthalten.

Fazit der Ermittler

Die dreißigjährige Mouna Guebla aus dem Gouvernorat Mahdia hatte nach ihrem Universitätsabschluss in englischer Sprache mehrere Jahre lang keine Arbeit gefunden und arbeitete als Schafhirtin. Laut Innenminister Hichem Fourati „hätte sie nicht auf einer Beobachtungsliste potenzieller Extremisten gestanden. Ein extremreligiöser Hintergrund oder die Zugehörigkeit zu extremistischen Gruppierungen sei nicht zu erkennen“.

„Es war eine isolierte Handlung, wohl aus Verzweiflung über ihre Situation. Die Sicherheitsdienste waren in Alarmbereitschaft, sie haben schnell und professionell interveniert“.

In ähnlicher Weise beschrieb Gueblas Familie sie als „vorbildliche“, wenn auch „naive“ junge Frau, die viel Zeit am Computer verbrachte.

Die junge Generation

Am Donnerstag, den 1. November 2018 tanzten die Schüler der Choreografin Syhem Belkhodja in der Avenue Habib Bouguiba an der Stelle, an der Mouna Guebla ihrem Leben mit einem Sprengsatz ein Ende setzte. Die in die tunesische Flagge gekleideten Mädchen führten unter den bewundernden Blicken der Passanten eine wunderschöne Choreographie auf, die eine Hommage an Tunesien und eine Botschaft der Hoffnung sein sollte, unterzeichnet von der nächsten Generation. Eine Möglichkeit zu sagen, dass der Terrorismus in Tunesien nicht gewinnen wird.

Quelle: Diverse