Tunesien: Handelsbilanzdefizit liegt Ende Oktober 2018 bei 16 Mrd Dinar

Das Handelsbilanzdefizit Tunesiens hat sich im vergangenen Oktober 2018 erneut erhöht und erreichte in den zehn Monaten des laufenden Jahres einen Rekordwert von 15,9855 Milliarden Dinar. Dies geht aus Daten hervor, die am Donnerstag vom Nationalen Institut für Statistik (INS) veröffentlicht wurden. Im Jahr 2017 hatte das Handelsdefizit 15,6 Milliarden Dinar erreicht.

Die Exporte stiegen im gleichen Zeitraum um 20,2% auf 33,2 Mrd Dinar gegenüber 27,6 Mrd Dinar im Jahr 2017. Auch die Einfuhren verzeichneten eine beachtliche Wachstumsrate um 20,5%  auf 49,2 Mrd Dinar gegenüber 40,8 Mrd Dinar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der auf Exportebene beobachtete Anstieg in den zehn Monaten des Jahres 2018 betrifft die Mehrzahl der Sektoren. In der Tat verzeichneten die Sektoren Landwirtschaft und Agrarindustrie einen deutlichen Anstieg von 59,5%, der auf die höheren Verkäufe von Olivenöl (1,815 Mrd Dinar gegenüber 641,3 Mio Dinar), Datteln (582.5 Mio Dinar gegenüber 420,2 Mio Dinar), dem verarbeitenden Gewerbe (+25,5%), Textil- und Lederwaren (+19,0%), dem Maschinenbau und der Elektroindustrie (+15,1%) sowie Energieunternehmen (+8,2%) zurückzuführen ist.

Auf der anderen Seite sanken die Exporte des Bergbau-, Phosphat- und Derivatesektors um 5,7%.

Importanstieg

Der Anstieg der Importe um 20,5% ist auf das Wachstum in allen Sektoren zurückzuführen. Die Importe von Energie stieg um 38,4%, Rohstoffe und Halbzeuge um 22,2%, Bergbau, Phosphate und Nebenprodukte um 19,2%, Investitionsgüter um 17,6% und landwirtschaftliche Grunderzeugnisse und Nahrungsmittel um 9,1%. Die Einfuhren von Nicht-Energie-Produkten stiegen um 18,0%.

Geografische Verteilung

Die Ausfuhren Tunesiens in die Europäische Union, auf die 73,2% der Gesamtexporte entfielen, stiegen um 18,3%. Dieser Trend erklärt sich durch den Anstieg der Exporte Tunesiens mit bestimmten europäischen Partnern, wie Spanien 54,1%, Deutschland 23,3% und Frankreich 16,3%.

Auf der anderen Seite ist der Umsatz in anderen europäischen Ländern, einschließlich Großbritannien, um 9,1% zurückgegangen. Bei den arabischen Ländern stiegen die Exporte mit Ägypten um 46,6%, Marokko um 39,2% und Libyen um 29,0%. Dagegen sanken die Exporte nach Algerien um 3,7%.

Bei den Einfuhren stieg der Warenhandel mit der Europäischen Union (53,2% der Gesamteinfuhren) um 20,1% auf 26,2 Mrd. Dinar. Die Importe aus Belgien stiegen um 27,0%, aus Italien um 23,1% und aus Frankreich um 15,2%.

Defizit nach Land

Die Handelsbilanz weist bei bestimmten Handelspartnern ein besonders hohes Defizit auf. Das wäre China (-4,48 Mrd. Dinar), Italien (-2,4 Mrd.), die Türkei (-1,8 Mrd.), Algerien (-1,18 Mrd.) und Russland (-1,17 Mrd.).

Rekord-Energiedefizit

Das Defizit der Handelsbilanz ohne Energie beträgt 10,8 Milliarden Dinar, wobei sich das Defizit der Energiebilanz auf einen Rekordwert von 5,13 Milliarden Dinar (32,1% des Gesamtdefizits) gegenüber 3,34 Milliarden Dinar im gleichen Zeitraum des Jahres 2017 erhöht hat.

Foto: Symbolfoto (Handelshafen Rades)

Quelle: TAP