Das Tunisschaf (Barbarinschaf) – Eine der ältesten Schafsrassen der Welt

Das amerikanische Tunis oder Tunisschaf ist eine vom Aussterben bedrohte amerikanische Rasse von dickschwänzigen Schafen. Es stammt in direkter Linie von tunesischen Barbarin-Schafen ab, die 1799 als Geschenk des Bey aus Tunesien in die USA importiert wurden. Die Schafe werden hauptsächlich für die Fleischproduktion gezüchtet.

Im Jahr 1799 schickte der Bey von Tunis, Hamouda Ibn Ali, zehn tunesische Barbarin-Schafe als Geschenk an George Washington. Zwei erreichten auch das Belmont-Anwesen von Richard Peters in Pennsylvania. Peters verlieh seine Tunis-Widder für die Zucht und die Rasse breitete sich allmählich aus.

Die Barbarin Rasse ist sehr robust und eignet sich für die extensive Haltung in kargen Gebieten ideal. Dadurch ist das Barbarin Schaf (oder andere Fettschwanzschafe) sowohl für aride als auch für alpine Gebiete geeignet.

Über diese Schafe wurde viel geschrieben und ist in den Schriften einiger berühmter Persönlichkeiten der Zeit dokumentiert, darunter John Adams, George Washington Custis, Thomas Jefferson und später Charles Roundtree, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Sekretär der 1896 gegründeten American Tunis Sheep Breeders Association war.

Das Tunisschaf wurde zur wichtigsten Fleischrasse der mittelatlantischen und oberen Südstaaten, verschwand aber während des amerikanischen Bürgerkriegs praktisch ganz. Nach dem Bürgerkrieg wurde das Tunisschaf hauptsächlich in Neuengland und in der Region der Großen Seen großgezogen. Im späten 19. Jahrhundert wurden einige Schafe nach Indiana verlegt, wo es einige Kreuzungen mit Southdown- Bestand gab. 

Barabin-Schaf

Das Barbarin Schaf ist von mittlerer Größe und wird durch den fetten Schwanz charakterisiert, dessen Gewicht je nach Futterangebot zwischen 1 und 4 kg variieren kann. Er vermag 16 – 19 % der gesamten Fettreserven des Körpers zu speichern. Im Vergleich zu anderen Schafen sind die Fettschwänzigen dadurch anpassungsfähiger an Schwankungen im Futterangebot. Entsprechend werden sie bevorzugt in ariden Gebieten Nordafrikas und im Nahen Osten gehalten. In Tunesien ist das Barbarin-Schaf die häufigste Rasse.

Die große Fähigkeit der Fettschwanzschafe, Körperreserven zu mobilisieren, wurde experimentell gezeigt. Im Normalfall variiert das Gewicht der Auen je nach Ernährungszustand zwischen 28 und 65 kg, jenes der Widder zwischen 45 und 85 kg. Eine mit nur 200 g Heu pro Tag unterernährte Aue vermochte 161 Tage zu überleben und verlor dabei 36 % des Gewichts (Abmagerung auf 24 kg). Der Fettschwanz stellt dabei nicht eine schnell mobilisierbare, sondern eine langfristige Körperreserve dar. Bei Wiederauffütterung werden vorheriges Gewicht, Fett- und Eiweiss- (Muskel-)masse problemlos wieder erreicht.

Die Barbarin Rasse besitzt eine gute Fruchtbarkeit, die nur in mageren Zeiten sinkt. Wird die Paarungszeit aber verlängert bis mehr Futter verfügbar ist, dann können die Auen statt im Frühling auch in Sommer noch aufnehmen. Dadurch ist die Reproduktionsrate sehr zufriedenstellend. Mangelndes Futterangebot während der Tragzeit bewirkt ein tieferes Wurfgewicht, doch die Mortalität von Auen und Lämmern bleibt erstaunlich gering. Im Vergleich zu üblichen Mastrassen ist die Wachstumsrate der Lämmer eher gering, dafür kommen die Tiere völlig ohne Kraftfutter aus.

Mit Material von Wikipedia, ign-nutztierhaltung.ch