Ausgestorbene Tiere in Tunesien: Der nordwestafrikanische Gepard

Der nordafrikanische Gepard (Acinonyx jubatus hecki) ist eine der sechs Unterarten des in Afrika und Teilen Asiens beheimateten Geparden (Acinonyx jubatus) und lebte früher im gesamten Savannen- und Steppenbereich der nordafrikanischen Sahara. Durch zunehmende Wüstenbildung, aufkommender Zivilisation und Bejagung, sowie der Ausrottung bevorzugter Beutetiere wie Antilopen, Gazellen, Berberschafen, Hasen, Trappen und sogar Wildeseln hat er sich aus fast ganz Nordafrika zurückgezogen. Seit 2009 steht er auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten (IUCN) als vom Aussterben bedroht C2a(i).

Der nordwestafrikanische Gepard (Acinonyx jubatus hecki) ist eine der sechs Unterarten des in Afrika und Teilen Asiens beheimateten Geparden (Acinonyx jubatus) und lebte früher im gesamten Savannen- und Steppenbereich der nordafrikanischen Sahara. Als Unterscheidung zu anderen Gepardarten gilt das besonders blasse Fell, er besitzt allerdings die typischen Augenstreifen (Tränenstreifen) seiner Verwandten aus anderen Regionen. Er bevorzugt Gelände mit hohen Gräsern und Hügeln zur Ausschau, in bewaldeten und Buschgegenden ist er nicht anzutreffen, da er dort seine Schnelligkeit nicht ausspielen könnte. Aber auch in Halbwüsten kommt der Gepard klar, sofern genug Beutetiere vorkommen.

Der Gepard gilt als das schnellste Landtier der Welt. Mit 65 cm Körperhöhe und 45 kg Gewicht ist der nordwestafrikanische Gepard etwas kleiner als seine Artgenossen in anderen Regionen Afrikas, die auf rund 80cm Schulterhöhe und 60 kg Gewicht kommen. Geparden können unter optimalen Bedingungen Geschwindigkeiten von 90-110 km/h erreichen und sind damit schneller als ihre bevorzugte Beute Gazellen, die bis zu 70km/h schnell werden können. Die Höchstgeschwindigkeit kann der Gepard allerdings nur über eine Strecke von 300-400 m durchhalten. Hat der Gepard das Beutetier erreicht, so bringt er es oftmals mit einem Prankenschlag während der vollen Geschwindigkeit zu Fall, vielfach stirbt die Beute schon durch die Sturzfolgen bei der hohen Geschwindigkeit.

Obwohl der nordafrikanische Gepard anscheinend besonders empfindlich gegen starke Sonneneinstrahlung ist und deshalb lange Aufenthalte im Schatten bei Tageslicht bevorzugt, ist er doch bemerkenswert gut an das Leben in einer weitgehend wasserfreien Umgebung angepasst. Weil in der Sahara im Hochsommer die Temperatur 45-50 Grad Celsius erreicht werden können, hat er sich auf die Jagd in der Nacht spezialisiert, 2009 konnte ein nordafrikanischer Gepard erstmals durch eine Kamerafalle in Südalgerien fotografiert werden.

Nordafrikanischer Gepard (Fotofalle Zoological Society of London) 2009
Nordafrikanischer Gepard (Fotofalle)

Durch zunehmende Wüstenbildung, aufkommender Zivilisation und Bejagung, sowie der Ausrottung bevorzugter Beutetiere wie Antilopen, Gazellen, Berberschafen, Hasen, Trappen und sogar Wildeseln hat er sich aus fast ganz Nordafrika zurückgezogen. Durch das Aussterben traditioneller Beutetiere wich der Gepard auf junge Kamele und Ziegen aus, was natürlich Vergeltungsmaßnahmen durch deren Besitzer hervorrief. Traditionell wurden Gepardenfelle als Gebetsteppiche oder zur Herstellung von Hausschuhen geschätzt.

Geringe Vorkommen von geschätzten 250 Tieren gibt es nur noch in Algerien, Niger, Benin und Burkina Faso, 20-40 Geparden leben noch in den Nationalparks Ahaggar und Tassili n’Ajjer in Südalgerien (Zentralsahara). Sein enger Verwandter, der Asiatische Gepard (Acinonyx jubatus venaticus) lebte einst auch in Nordafrika, er ist im Maghreb ausgestorben, geringe Restbestände leben nur noch im Irak.

Mit Material von:
Wikipedia (verschiedene Sprachen)
Zoological Society of London
gepardenwelt.de
saharaconservation.org
Fotos:
Wikipedia Commons
Zoological Society of London