Tabouna – Das Brot der Phönizier

Die Gründer von Karthago haben das eingeführt, was wir heute „Tabouna-Brot“ nennen. Tabouna ist der Name des Ofens, den die Karthager wie die meisten Semiten „Tannour“ nannten. Der Begriff ist sowohl auf Arabisch wie auch auf Hebräisch bestätigt. Der Name Tabouna stammt von dem arabischen Wort Taboun, welches das Herdfeuer bezeichnet, das Verb tabana bedeutet „schürt das Feuer“.

Tabouna Brot besteht aus Mehl, Zucker, Salz, Hefe und Olivenöl und hat eine runde Form. Auf der Oberseite wird es häufig mit Sesamkörnern verziert. Das Brot wird gerne zu heißen Gerichten wie Chakchouka serviert oder auch ganz einfach in Olivenöl getaucht, genossen.

Terracotta-Figur: Karthagische Hausfrau beim Backen von Brot in einem Tabouna Ofen

Die ältesten Überreste für Tannours als Backofen für phönizisches Brot des westlichen Mittelmeerraums wurden in Dona Blanca in Spanien gefunden, die auf das 8. Jahrhundert vorchristlicher Zeit zurück gehen. Die Ausgrabung eines Grabes in Borj Jedid in Karthago lieferte eine Terrakotta-Figur, die eine karthagische Hausfrau darstellt, während sie den Brotlaib an die Ofenwand klebt. Neben ihr wartet ihr Sohn ungeduldig darauf, dass die Mutter ihm das fertige heiße Brot aus dem Ofen gibt. Die Figur ist im Museum von Karthago zu besichtigen. 

Leider wird die jahrtausendealte Tradition dieses Brotes viel zu wenig berücksichtigt. Hoteliers und Gastronomen könnten dieses Brot ihren Gästen unter dem Namen „Brot der Phönizier“ anbieten. Das phönizische Brot könnte ein weiterer positiver Bestandteil unseres Tourismus sein. 

Die Stationen des Backens von Tabouna Brot

Teigballen für Tabouna Brot
Ungeformte Teigballen für Tabouna Brot
Formen des Tabouna Teigs zu einem Fladen
Formen des Tabouna Teigs zu einem Fladen
Platzieren des Tabouna Teigs an der Ofenwand
Platzieren des Tabouna Teigs an der Ofenwand
Fertiges Tabouna Brot
Fertiges Tabouna Brot

Bilder: Bei einer Familie in Kalaa Kébira bei Sousse

Geschichtliche Quellen: Mohamed Fantar (Nationales Institut für Kulturerbe (INP)