Tunesien experimentiert mit dem Anbau von Baumwolle

Tunesien experimentiert mit dem Anbau von Baumwolle, insbesondere in Kairouan und Mateur sowie den Gouvernoraten Bizerté und Tataouine. Eine erste Ernte wurde erfolgreich abgeschlossen. Allerdings ist der Anbau ökologisch bedenklich aufgrund der Verarmung der Böden durch Monokulturen und auch der Notwendigkeit des Einsatzes von Pestiziden.

Tunesien strebt eine Ausweitung der Anbauflächen an, zumal dieses Produkt die Herstellung von Baumwolle für die Textilindustrie und die Erzeugung von Baumwollsamenöl ermöglicht und zusätzlich neue Futteralternativen für Nutztiere anstelle von Heu bietet.

Wikipedia: Die Baumwollpflanze oder Baumwolle (engl. cotton, franz. coton) ist eine uralte Kulturpflanze innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Es gibt etwa (20 bis) 51 Arten in den Tropen und Subtropen. Aus den Samenhaaren wird die Baumwollfaser, eine Naturfaser, gewonnen.

Viele Baumwoll-Arten und -Sorten sind von Natur aus ausdauernde Pflanzen, werden aber als einjährige Pflanzen kultiviert. Als Kulturpflanze belässt man sie in der Regel nur für ein Jahr auf dem Feld, um den höchsten Ernteertrag zu erzielen. Nach der Ernte bzw. nach einer Frostperiode werden die Pflanzen dann meist abgeschlegelt und zur Gründüngung in den Boden eingearbeitet. In brennstoffarmen Regionen dienen die abgestorbenen, trockenen Pflanzenteile auch als Brennmaterial.

In der nördlichen Hemisphäre findet die Aussaat abhängig vom Standort zwischen Anfang Februar und Anfang Juni statt. Die Ernte erfolgt zwischen Oktober und Februar. Zwischen Aussaat und Ernte liegen rund acht bis neun Monate. Da die Baumwolle oft ungleichmäßig abreift, wird häufig mehrmals geerntet.

Die lange Wachstumszeit der Baumwolle erfordert nach der Ernte eine rasche Feldbestellung und Neuaussaat. Daher ist der Anbau von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterdrückung von Unkräutern kaum möglich. Die Konsequenzen sind der Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Besonders auf großen Flächen wird Baumwolle oft ohne Fruchtwechsel mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Infolge dieser Monokulturen ist die großflächige Baumwollproduktion stark von Pflanzenschutzmitteln abhängig. Baumwolle gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Auf Baumwolle entfielen 1999/2000 etwa elf Prozent des weltweiten Pestizidmarktes. Daher gilt sie unter Umweltschutzaspekten als sehr bedenklich.

Die weltweit bedeutendsten Baumwollproduzenten sind die Volksrepublik China, Indien, die USA, und Pakistan. In Europa ist Griechenland das einzige Land mit einer größeren Produktionsmenge (Platz 9 der Weltrangliste), gefolgt von Spanien mit einer geringeren Menge – die Türkei wird hier zu den asiatischen Nationen gezählt, da die Hauptanbauflächen in Asien liegen. Die meiste Baumwolle wird in den im sogenannten Baumwollgürtel zwischen dem 43 Grad nördlicher und 36 Grad südlicher Breite gelegenen tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas, Indiens und Asiens angebaut.

Titelbild: Gemeinfrei, Link

Quelle: Tunisie Numerique