In Tunesien ausgestorben: Der Asiatische Wasserbüffel

Die Asiatischen Büffel (Bubalus) sind eine Gattung der Rinder, die in vier Arten über Süd- und Südostasien verbreitet sind. In geschichtlicher Zeit reichte ihr Verbreitungsgebiet westwärts bis Vorderasien und nordwärts bis China, in der letzten Eiszeit umschloss es auch Nordafrika. Die letzten Vorkommen verschwanden in der Römerzeit. Heute werden Wasserbüffel in verschiedenen tunesischen Nationalparks wieder ausgewildert.

Der Wasserbüffel (Bubalus arnee) gehört zu den Rindern (Bovinae) und ist die am weitesten verbreitete und bekannteste Art der Asiatischen Büffel (Bubalus). Er ist vielerorts zum Haustier geworden, wilde Wasserbüffel hingegen sind heute eine Seltenheit. Für wilde Büffel wird oft die indische Bezeichnung Arni verwendet; damit werden sowohl echte Wild- als auch verwilderte Hausbüffel bezeichnet.

Ein Wasserbüffel bringt es auf eine Kopfrumpflänge von fast 3 Metern, eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als einer Tonne. Diese Maße werden fast nur von wilden Büffeln erreicht. Die domestizierten Exemplare sind für gewöhnlich sehr viel kleiner und selten schwerer als 500 Kilogramm. Der Rumpf ist rindertypisch tonnenförmig, der etwa 60 bis 80 Zentimeter lange Schwanz hat eine Endquaste. Die Farbe der wilden Tiere ist grau, braun oder schwarz. Bei domestizierten Büffeln gibt es auch schwarz-weiß gescheckte oder ganz weiße Tiere.

Der Kopf ist meist lang und nach vorne hin verhältnismäßig schmal, die Ohren sind vergleichsweise klein. Beide Geschlechter tragen Hörner, die entweder geradlinig zur Seite weisen oder sich halbkreisförmig nach innen krümmen. Sie erreichen eine Spannweite von 2 Metern, mehr als bei jedem anderen lebenden Paarhufer; die Hörner der Weibchen sind allerdings meist etwas kürzer. Daneben existieren aber auch Büffelrassen mit kleineren Hörnern. Die weit auseinander gespreizten Hufe geben den Tieren in ihrem sumpfigen Lebensraum sicheren Halt.

Das Verbreitungsgebiet des wilden Wasserbüffels ist seit der Eiszeit kontinuierlich geschrumpft. Noch im späten Pleistozän gab es Wasserbüffel auch in Nordafrika. Zur Zeit der frühen Hochkulturen Mesopotamiens waren sie zwischen Euphrat und Tigris noch häufig und von hier ostwärts über Indien bis nach China und Südostasien verbreitet. Durch Ansiedlung durch den Menschen gibt es Wasserbüffel heute auch in Nordaustralien und im Amazonasgebiet Brasiliens.

Die wilden Ochsen waren in Tunesien seit der Römerzeit ausgestorben. Vor kurzem wurden die Tiere in Tunesien in den Nationalparks El Feija, Ichkeul und Bou Hedma wieder ausgewildert.

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