IWF genehmigt Tunesien sechste Tranche über 245 Mio US-Dollar

Am 12. Juni 2019 schloss der Verwaltungsrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) die fünfte Überprüfung des tunesischen Wirtschaftsprogramms ab und stellt Tunesien die sechste Tranche eines Darlehens in Höhe von rund 245 Mio. US-Dollar (818 Mio Dinar) im Rahmen der Extended Fund Facility-Vereinbarung (EFF) zur Verfügung. Die seit 2016 insgesamt ausgezahlten Tranchen beliefen sich bislang auf rund 1,6 Milliarden US-Dollar oder fast 4,7 Milliarden Dinar, bezogen auf den gegenwärtigen Kurs.

In demselben Kommuniqué fasst der Exekutivausschuss des IWF die wirtschaftliche Lage Tunesiens in drei wesentlichen Punkten zusammen.

  • Die Regierungspolitik zahlt sich trotz anhaltender makroökonomischer Schwachstellen mit moderatem Wachstum aus.
  • Das Finanzgesetz erlaubt die Aufrechterhaltung von Investitionen zur Stimulierung des Wachstums und zur Aufrechterhaltung der Sozialausgaben. Allerdings mache die jüngste Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst Steuererleichterungen und eine Reduzierung der laufenden Ausgaben unmöglich.
  • Die kurzfristige Regierungspolitik sollte das Ziel haben, das Haushaltsdefizit zu verringern, da dadurch untragbare Schulden entstünden. Dieselbe Politik muss auch darauf abzielen, die Inflation zu senken und Haushalte mit niedrigem Einkommen soziale Sicherheit zu bieten.

Tunesien hatte im Dezember 2016 eine Vereinbarung mit dem IWF über ein Darlehensprogramm in Höhe von ca. 2,9 Mrd. USD über einen Zeitraum von vier Jahren getroffen, um die Wirtschaft wiederzubeleben. Das Darlehensprogramm steht im Zusammenhang mit dem Streben Tunesiens nach Wirtschaftsreformen zur Kontrolle ihres Defizits. Die Strukturreformen im Rahmen des Abkommens zwischen Tunesien und dem IWF konzentrieren sich auf die Verbesserung der Regierungsführung, des Geschäftsklimas, der Finanzinstitutionen und des Finanzsektors.

Quelle: TAP