Biographie von Hamadi Jebali – Präsidentschaftskandidat – Liste 7

Hamadi Jebali wurde am 13. Oktober 1949 in Sousse geboren und ist ein tunesischer Ingenieur, Journalist und Politiker. Vom 24. Dezember 2011 bis zum 19. Februar 2013 war er Premierminister Tunesiens. Er ist einer der Kandidaten zur vorgezogenen Präsidentschaftswahl am 15. September 2019 und tritt mit der Listennummer 7 an.

Kurzbiographie

Geburt: 13. Oktober 1949 in Sousse

Nationalität(en): Tunesisch

Parteizugehörigkeiten

  • bis 11. Dez. 2014: Ennahda
  • ab 12. Dez. 2014: Unabhängig

Sprachen: Arabisch, Französisch

Ausbildung & Beruf

  • 1969: Abitur am Technischen Gymnasium von Sousse
  • Studium in Frankreich mit Master-Abschluss an der Fakultät für Wissenschaft und Technologie in Reims
  • Ingenieurstudium bei Arts et Métiers in Paris mit einem Diplom in Thermodynamik und erneuerbaren Energien
  • 1978-1981: Leiter der Energieabteilung in einem anerkannten Ingenieurbüros (AUED). Er hatte die Verantwortung für die Fluidkomponenten von Großprojekten wie der Universitätsklinik Habib-Thameur, dem Fattouma-Bourguiba Krankenhaus in Monastir, etc.

Politische Meilensteine

  • 1981-1984: Wahl zum Präsidenten der Partei „Islamic Tendencies Movement (MTI)“ nach der Festnahme von Rached Ghannouchi
  • 1984: Mitglied des Politbüros der Bewegung MTI nach der Freilassung von Ghannouchi, der die Führung der Partei übernahm
  • 1987: Verurteilung zur Todesstrafe bei einem Prozess gegen Mitglieder der Bewegung MTI, Flucht nach Spanien
  • 1989: Generalamnestie nach dem Sturz von Bourguiba durch Ben Ali. Rückkehr nach Tunesien und Gründung der Zeitung „El Fajr“ der Partei Ennahdha, die jedoch unter ständiger Überwachung steht
  • Dezember 1989: Festnahme Jebalis aufgrund eines kritischen Artikels über das Militärgericht, Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis
  • 1991: Verurteilung zu 17 Jahren Gefängnis, davon 10 Jahre Isolationshaft aufgrund des Vorgehens Ben Alis gegen Islamisten
  • 2006: Begnadigung anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Tunesiens, aber Hausarrest in Sousse
  • März 2011: Wahl zum Generalsekretär der Partei Ennahda, Präsident ist Rached Ghannouchi
  • 12. November 2011: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Sousse traf er die folgende Aussage: Tunesien befindet sich am „Beginn einer neuen Zivilisation, dem sechsten Kalifat“ – also einer Staatsform in der Politik und islamische Religion und Recht eine Einheit bildeten
  • 13. Dezember 2011: Beauftragung zur Regierungsbildung durch den Präsidenten der Republik, Moncef Marzouki
  • 22. Dezember 2011: Bekanntgabe seiner Regierung im Bardo-Palast während einer Plenarsitzung der verfassunggebenden Versammlung. Die Mitglieder stimmen am nächsten Tag mit einer Mehrheit von 154 Stimmen über das Vertrauen in die Regierung ab. 38 Amtsträger lehnen das Vertrauen ab, 11 andere enthalten sich der Stimme.
  • 24. Dezember 2011: Ableisten des Amteids
  • 26. Dezember 2011: Amtsübergabe zwischen Jebali und dem scheidenden Premierminister Béji Caïd Essebsi in Dar El Bey
  • 30. Dezember 2011: Kurz nach Amtsantritt erklärte er, dass seine Regierung jedwede Normalisierung mit Israel ablehne und die palästinensische Sache unterstütze
  • 25. bis 29. Januar 2012: Jebali reist mit einer hochrangigen tunesischen Delegation in die Schweiz, um am 42. Weltwirtschaftsforum in Davos teilzunehmen
  • 2. Februar 2012: Besuch in Brüssel, wo die beiden Parteien nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Durão Barroso, die Wiederaufnahme der Verhandlungen zum Abschluss einer privilegierten Partnerschaft, die Einrichtung eines gemeinsamen Unternehmerrates, die Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Liberalisierung des Handels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluss eines Freihandelsabkommens bestätigen.
  • 6. Februar 2013: Nach der Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd und daraus resultierenden Massenprotesten schlägt Jebali die Bildung einer parteilosen Experten-Regierung vor. Diese Initiative wird aufgrund starken Widerstandes vor allem aus der eigenen Partei abgelehnt.
  • 19. Februar 2013: Jebali gibt in einer Fernsehansprache seinen Rücktritt vom Amt des Premierministers bekannt
  • März 2014: Jebali reicht seinen Rücktritt vom Posten des Generalsekretärs der Ennahda ein, der aber vom Präsidenten Rached Ghannouchi abgelehnt wurde. Niederlegung des Amtes als Generalsekretär der Partei Ennahdha
  • 11. Dezember 2014: Austritt aus der Ennahda. Er erklärt, dass er sich in der Linie und den politischen Entscheidungen seiner Partei nicht mehr wiedererkennt und gibt seinen Rücktritt auf seiner Facebook-Seite bekannt
  • 6. August 2019: Einreichung der Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2019
  • 14. August 2019: Der eingereichte Antrag zur Kandidatur wird von der ISIE genehmigt. Hamadi Jebali tritt auf der Liste 7 an

Privatleben

  • Hamadi Jebali stammt aus einer Familie mit sechs Kindern: vier Mädchen und zwei Jungen. 1957 wurde sein Vater, ein Zimmermann in Sousse und eingefleischter Youssefist, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Hamadi Jebali ist verheiratet und Vater von drei Töchtern

Titelbild: Hamadi Jebali (Facebook)

Quelle(n): Verschiedene Medien (Wikipedia, TAP, …)