Japanische Sumitomo-Gruppe produziert ab Ende 2020 in Monastir, Tunesien

Die Agentur für Auslandsinvestitionen „FIPA-Tunisia“ hat am Mittwoch, den 20. November 2019 offiziell angekündigt, dass der japanische Riese SUMITOMO über ihre Tochtergesellschaft SUMITOMO ELECTRIC WIRING SYSTEMS EUROPE (SEWS-E) ein Werk eröffnen wird, welches auf elektrische Verkabelung spezialisiert ist und elektronische Komponenten für die größten internationalen Automobilhersteller herstellt. Das Werk wird im Industriegebiet Neopark in Monastir entstehen und zum Start 2.000 Arbeitsplätze und im Endausbau 5.000 Arbeitsplätze bieten.

Diese neue Produktionseinheit (SEWS-TN) ist auf die Herstellung von Fahrzeugkabelbäumen spezialisiert und befindet sich im Industriepark Monastir (NEOPARK) auf einer Fläche von 5,6 Hektar mit einer überdachten Fläche von 3,1 Hektar. Der Produktionsstart des neuen SEWS-TN-Werks ist für Ende 2020 geplant und soll zur Schaffung von 2.000 Arbeitsplätzen in der Anfangsphase und 5.000 Arbeitsplätzen im Endausbau führen.

Schätzungen zufolge wird das Investitionsvolumen dieser neuen SEWS TN-Produktionseinheit in der ersten Phase 14,5 Millionen Euro betragen und langfristig 21 Millionen Euro erreichen. Die gesamte Produktion des Werks wird hauptsächlich für den Export nach Europa für die Automarken Peugeot und Citroën bestimmt sein.

Zur Erinnerung: SUMITOMO ELECTRIC WIRING SYSTEMS EUROPE (SEWS-E) wurde 1999 gegründet und beschäftigt fast 20.000 Mitarbeiter an zehn Produktionsstandorten zwischen Europa und Nordafrika, einschließlich Rumänien, Ungarn, Marokko und Ägypten.

Lucian Anghelescu, General Manager für neue Produktionsstandorte und verantwortlich für die Implementierung dieser neuen Anlage, erklärte zu den Gründen für die Wahl Tunesiens als Standort, dass SEWS-E eine Reihe von Möglichkeiten identifizieren konnte, von denen seine Gesellschaft in vollem Umfang profitieren kann. Dies seien die geografische Nähe des Landes zu Europa, die Qualität der Ausbildung von Ingenieuren, Technikern und Arbeitskräften im Allgemeinen sowie den sehr günstigen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Tunesien zu einem attraktiven Standort machen. Zu diesem Zweck bedankte sich Herr Anghelescu bei der „FIPA-Tunisia“ für die Qualität der Unterstützung, die während der Erkundungsphase seit August 2018 und bis zur Realisierung dieses Projekts in Tunesien geleistet wurde.

Abdelbasset Ghanmi, Generaldirektor der FIPA-Tunisia, sagte, dass die Realisierung dieses Projekts die Dynamik, die Tunesien in Bezug auf ausländische Direktinvestitionen (IDE) kennt, verstärke. Diese neue Produktionsstätte stärke das Ökosystem der bereits florierenden Automobilzulieferindustrie. Er fügte hinzu, dass solche Projekte mit einer starken Kapazität zur Schaffung von Arbeitsplätzen voll im Einklang mit der nationalen Strategie des Landes stehen, die ausländische Direktinvestitionen als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung ansieht.

Der Automobilzuliefersektor in Tunesien ist ein strategischer Sektor, der mit 2 Milliarden Euro und einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 10,74% für den Export rund 4% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Mit 260 Unternehmen und 80.000 Arbeitsplätzen gehört Tunesien zu den Top-3-Herstellern von Autoteilen in Afrika und zu den Hauptlieferanten der Europäischen Union.

Sumitomo Gruppe: Die Sumitomo Group ist eine wirtschaftliche Verbundgruppe mit vielfältigen Geschäftsgebieten. Die Gruppe ist nach ihrem Gründer Masatomo Sumitomo (1585–1652) benannt, der 1630 ein Geschäft für den Verkauf von Medikamenten und Büchern in Kyōto eröffnete. Masatomo Sumitomos Schwager, Riemon Soga (1572–1636), der eine Kupferhütte und Schmiede betrieb, entwickelte eine neue Schmiedetechnik, das sogenannte Nanban-buki-Verfahren, das Silber von rohem Kupfer trennte. Tomomochi Sumitomo (1607–1662), der älteste Sohn von Riemon Soga, erweiterte das Geschäft nach Osaka. Er teilte die neue Schmiedetechnik anderen Kupferhütten mit und machte somit den Namen der Sumitomo-Familie bekannt als Quelle des Nanban-buki-Verfahrens. Dies gab Sumitomo die Möglichkeit zum Aufstieg an die Spitze des Kupferbergbaus und der Raffinerien bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Danach kamen neue Geschäftsfelder hinzu wie Banken, Warenhäuser, elektrische Kabel, Halbleiterproduktion und andere.
Zurzeit besteht die Sumitomo-Gruppe aus 37 Unternehmen und gehörte 2007 zu den fünf größten Unternehmensgruppen weltweit. Sumitomo Electric Industries hat z. B. 390 Tochterunternehmen in über 40 Ländern. Bei Sumitomo Electric Industries sind über 248.330 Mitarbeiter (Stand 31. März 2017) beschäftigt. Bei Sumitomo Wiring Systems sind über 120.000 Mitarbeiter beschäftigt. Da beide Unternehmen aber durch Aktientausch ineinander verschachtelt sind (siehe Keiretsu), kann man nicht genau sagen, wie viele Mitarbeiter die Unternehmen wirklich haben.
So gehört z. B. die Sumitomo Electric Bordnetze SE in Wolfsburg zum Teil zur Sumitomo Electric Industries und zum Teil zur Sumitomo Wiring Systems. Die Sumitomo Electric Schrumpf-Produkte GmbH (SESP) in Norderstedt wiederum ist eine Tochterfirma der Sumitomo Fine Polymer Inc. (SFP), welche ihrerseits zu 100 Prozent der Sumitomo Electric Industries Ltd. (SEI), beide mit Sitz in Japan, gehört.

Quelle: Economiste Maghrebin