Produktion von Zitrusfrüchten in der Saison 2019/2020 geringer als im Vorjahr

Die tunesische Produktion von Zitrusfrüchten in der Saison 2019/2020 wird Einschätzungen zufolge um rund 17% unter der des Vorjahres liegen. Auf einer Pressekonferenz gab Landwirtschaftsminister Samir Taieb Ende November 2019 bekannt, dass die geschätzte nationale Zitrusfruchterzeugung in der Saison 2019/2020 366.000 Tonnen betragen werde, verglichen mit 440.000 Tonnen in der vergangenen Saison.

Als Gründe werden verschiedene Ursachen angegeben. Neben dem natürlichen Rythmus der Bäume, die auf ein ertragreiches Jahr im Folgejahr weniger Früchte liefern, sind verschiedene Krankheiten wie die Citrus tristeza-Krankheit (ein Virus, das das Absterben von Bäumen verursacht) und die Zitrus-Schwarzfleckenkrankheit, die seit letztem Jahr auftritt, Ursache für die geringere Ernte. Dazu kommt ein Mangel an Wasser und der hohe Salzgehalt des Bewässerungswassers, was sich in den letzten drei Jahren negativ auf diese Kultur ausgewirkt hat.

Der Präsident der URAP in Beni Khaled, Béchir Aounallah, merkte an, dass der Produktionsrückgang hauptsächlich auf den übermäßigen Einsatz chemischer Pestizide und dem „nicht untersuchten“ Import neuer Zitrusfrüchte zurückzuführen sei. Er wies auch auf die mangelnde landwirtschaftliche Überwachung und Früherkennung von Krankheiten hin, da das Technische Zentrum für Zitrusfrüchte in El-Kobba seine Rolle bei der Früherkennung von Krankheiten nicht wahrnehme.

Moncef Tayeb, der Regionalbeauftragter für Landwirtschaft und Fischerei, erklärte den Produktionsrückgang aus zwei Gründen:
Zum ersten handele es sich um ein physiologisches Phänomen, bei dem die Produktion von Jahr zu Jahr wechselt, da Bäume in einem Jahr reichlich produzieren, während die Produktion im nächsten Jahr abnimmt.
Zum zweiten ist der Produktionsrückgang auf die Auswirkungen des Klimawandels zurückzuführen, da durch hohe Temperaturen und das Auftreten von Schirokko Ende Mai 2019 zum Zeitpunkt der Blüte und der Knospenentwicklung die Blüten von den Bäumen fielen.
Er sagte auch, dass der Zitrusfruchtsektor seit mehreren Jahren unter vielen Schwierigkeiten leide, wobei die Hauptursache die Streuung des Eigentums sei (80% des Landes in Zitruswäldern übersteigen nicht einen Hektar Fläche). Ein Produktionsrückgang käme aber im Allgemeinen dem Landwirt zugute, da mangelndes Angebot zu einem Anstieg der Verkaufspreise führe.
In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass die Erreichung einer Produktion von 500.000 Tonnen im Jahr 2016/2017 zu erheblichen Verlusten für die Landwirte geführt habe. Er sagte, die Anstrengungen konzentrierten sich jetzt auf die Vorbereitungen für die Zitrus-Exportsaison, die in der ersten Januarwoche jeden Jahres beginnt, um so viel Malteser-Orangen wie möglich exportieren zu können.

Es sei daran erinnert, dass das Gouvernorat Nabeul 75% der nationalen Zitrusfrüchteproduktion und 90% der ausgeführten Mengen, insbesondere Malteser-Orangen, beisteuert. Der Zitrusfruchtsektor bietet 20.000 Arbeitsplätze, was einem Einkommen von fast 8.000 Familien entspricht. Die Zitruswälder in Nabeul erstrecken sich über 20.000 Hektar, hauptsächlich in den Regionen Menzel Bouzelfa, Beni Khalled, Bouargoub und Soliman.

Quelle: TAP