Zentralbank Tunesien (BCT): Die vierzehn Bankdienstleistungen, die kostenlos sein müssen

Die Tunesische Zentralbank (BCT) hat vierzehn Bankdienstleistungen für Inhaber von Bankkonten in Tunesien festgelegt, die kostenlos sein müssen. Hintergrund war eine Untersuchung der tunesischen Organisation für Verbraucherinformation (OTIC), bei der festgestellt wurde, dass sich die meisten Banken nicht an diese Punkte halten. Nachfolgend die Liste dieser Dienstleistungen:

  • Kontoeröffnung
  • Ausgabe eines Scheckheftes
  • Ausgabe eines Sparbuchs
  • Barabhebungen und -zahlungen
  • Wiederherstellung eines Kontos
  • Überweisung von Konto zu Konto in der gleichen Bank/Agentur
  • Kontoabfrage
  • Kontoauszug
  • Monatlicher Kontoauszug
  • Bargeldauszahlungen am Bargeldautomaten der kontoführenden Bank
  • Zahlung per Bankkonto bei einem Händler in Tunesien
  • Zahlung von Rechnungen über das Internet
  • Adressänderung
  • Kontoauflösung

Laut des Präsidenten der OTIC respektieren die meisten lokalen Banken die von der Tunesischen Zentralbank vierzehn festgelegten kostenlosen Services nicht. Sie verlangen Gebühren für Services, die von der Zentralbank als kostenlos vorgegeben sind. Schlimmer noch, die Banken ignorieren die Pflicht, den Kunden über die Preise ihrer Dienstleistungen zu informieren. Diese müssen sowohl am Hauptsitz der Bank, als auch in ihren Filialen geregelt und klar ausgewiesen werden. 

Der Tätigkeitsbericht der Beobachtungsstelle für die finanzielle Integration für das Jahr 2017 sah vor, dass Kunden über die Konditionen im Bank- und Finanzwesen stetig informiert werden und die Gebührenanzeige innerhalb dieses Zeitraums fortlaufend gewährleistet werden muss. Dem gleichen Bericht zufolge wurden im Jahr 2017 448 Beschwerden registriert, von denen 89,5% von natürlichen Personen eingereicht wurden.

Eine von der OTIC im Jahr 2018 durchgeführte Umfrage ergab ferner, dass 84% ​​einer Stichprobe von 2.415 Kunden bei tunesischen Banken mit den von diesen Finanzinstituten erbrachten Dienstleistungen „nicht zufrieden“ seien.

Variabler Zinssatz und fehlende Preisinformationen

Von einigen lokalen Banken begangene Verstöße fallen sogar unter den Tatbestand des Betrugs, dem der Kunde zum Opfer fällt „, stellte Riahi fest und fügte hinzu, dass die Untersuchung ergab, dass 74% der Befragten den Bankinstituten nicht vertrauen. Es geht dabei auch um das Fehlen von Informationen über die Erhöhung der Preise für Bankdienstleistungen, obwohl das Gesetz vorsieht, dass der Kunde zwei Monaten vor Inkrafttreten dieser Erhöhung informiert werden muss. Riahi unterstrich, dass die Anwendung eines variablen Zinssatzes für Kredite, deren Rückzahlungsfrist mehr als 15 Jahre beträgt, nach geltendem Recht strengstens verboten ist.

Der Präsident der OTIC machte die Zentralbank von Tunesien für die mangelnde Transparenz von Bankgeschäften verantwortlich, da sie die Aufsichts- und Sanktionsbehörde vertritt, und brachte seine Besorgnis über die Zunahme von Abgaben auf Dienstleistungen, die Banken über das Internet erbringen, zum Ausdruck, die oftmals die „90 Dinar pro Jahr“ erreichen. Er forderte eine sorgfältige Überarbeitung des Devisengesetzes in Tunesien und die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in den Kampf gegen Verstöße. Zudem sollte der Kunde die Zentralbank verständigen, wenn dieser Verstöße gegen die geltenden Regeln feststellen.

Die Zantralbank forderte die Finanzinstitute nachdrücklich auf, die Tarife für nicht-kostenlose Dienstleistungen im Rahmen einer Bandbreite festzulegen (die anzuwendenden Mindest- und Höchsttarife). Diese Betriebe sind verpflichtet, die Kunden über diese Preise zu informieren, insbesondere durch Aushänge in den verschiedenen Bankfilialen (Anm.: die in fast allen Banken und ihren Filialen fehlen). Die Tarife sollten auch auf den Webseiten der Banken veröffentlicht werden.

Quelle(n): Radio Med | Univers News