Tunesien: Handelsbilanzdefizit bei 970,5 Mio Dinar im Januar 2020

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik (INS) lag Tunesiens Handelsbilanzdefizit im Januar 2020 bei einer Summe von 970,5 Millionen Dinar gegenüber 1.568,3 Millionen Dinar im Januar 2019. Die Exporte gingen gegenüber dem Januar 2019 um 4,2% auf 3.655,6 Mio. Dinar zurück, während die Importe um 14,1% auf 4.626,1 Mio. Dinar sanken.

Zu den Gründen zählen unter anderem Handelsdefizite mit einigen Ländern wie China (-506,3 Mio Dinar), der Türkei (-194,7 Mio Dinar), Algerien (-158,2 Mio Dinar) und Russland (-63,1 Mio Dinar), die mehr Waren nach Tunesien exportieren, als Tunesien in diese Länder exportiert.

Übersicht Handelsbilanz


Quelle: tradingeconomics.com

Ohne den Energiesektor ging das Handelsbilanzdefizit auf 535 Mio. Dinar zurück, da das Defizit der Energiebilanz 435,5 Mio. Dinar (44,9% des Gesamtdefizits) betrug, gegenüber 466,9 Mio. Dinar im Januar 2019.

Rückgang der Exporte betrifft die Mehrheit der Bereiche

Die Absicherungsquote erhöhte sich gegenüber Januar 2019 um 8,1 Punkte auf 79% im Januar 2020. Die Exporte gingen gegenüber dem Januar 2019 um 4,2% auf 3.655,6 Mio. Dinar zurück, während auch die Importe um 14,1% auf 4.626,1 Mio. Dinar zurückgingen.
Der Rückgang der Exporte betrifft die meisten Sektoren, wie den Energiesektor (-12,6%), das verarbeitende Gewerbe (-12,7%), die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie (-6,1%) sowie die mechanische und elektrische Industrie (-3%). Auf der anderen Seite verzeichneten die Bereiche Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie nach dem Anstieg des Olivenölabsatzes (158,8 Mio Dinar gegenüber 145,5 Mio Dinar) und des Sektors Bergbau, Phosphate und Derivate (0,4%) einen Anstieg um 7,5%.

Importe sinken um 14,1%
Der Rückgang der Einfuhren ist hauptsächlich auf den Rückgang des Imports von Investitionsgütern (-24,8%), landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Grundnahrungsmitteln (-22,5%), Rohstoffen und Halbzeugen (-8,8%) sowie Energie (-8,9%) aufgrund des Rückgangs der Käufe von raffinierten Produkten durch Tunesien (334,3 Mio Dinar gegenüber 493,2 Mio Dinar) zurückzuführen. Der Sektor Bergbau, Phosphate und Derivate verzeichnete einen moderaten Anstieg von 2,6%.

Außenhandel: Geografische Aufteilung
Tunesiens Handelsbilanz weist hauptsächlich einen Überschuss mit Frankreich (362,9 Mio Dinar), Italien (36,5 Mio Dinar), Libyen (78,2 Mio Dinar) und Marokko (31,2 Mio Dinar) auf. Die Ausfuhren Tunesiens in die Europäische Union (73,4% der Gesamtexporte) gingen um 4,3% zurück, was auf geringere Ausfuhren in europäische Partnerländer wie Frankreich (-9,9%) und Deutschland (-14,8%) zurückzuführen ist. Der Umsatz Tunesiens stieg jedoch insbesondere mit Italien um 2,7% und Spanien um 13,1%.
Was die Importe anbelangt, ging der Warenhandel mit der EU (49,7% der gesamten Importe) um 15,7% auf 2.301,1 Mio Dinar zurück.

Mit den arabischen Ländern stiegen die Exporte mit Algerien um 14,8%, während sie mit Libyen um 18% und mit Marokko um 17,1% zurückgingen.

Aussichten


Quelle: tradingeconomics.com

Titelbild: Symbolfoto (Handelshafen Gabes)

Quelle: TAP Presseagentur