Kalenderblatt – Heute in der Geschichte

Historische Ereignisse in Tunesien.


Gestern

Keine Ereignisse


Heute

  • Ereignisse
  • 2013 Rafaa Dekhil, ex CEO von Tunisair, Minister für Soziales und Minister für Kommunikation unter Ben Ali, im Juni 2012 wegen Unregelmäßigkeiten bei Tunisair (fiktive Jobs) verhaftet, wird auf Kaution entlassen
  • Todestag
  • 2009 Mohamed Salah Jebri, Romancier, Schriftsteller und Forscher, stirbt im Alter von 69 Jahren

Morgen

Keine Ereignisse


Weitere Ereignisse aus diesem Monat in der Vergangenheit

Kalif Uthman wird im Zuge einer Rebellion von ägyptischen Rebellen in seinem Palast in Medina gelyncht. Hintergrund waren zunehmende innere Spannungen und Machtkämpfe innerhalb des Kalifats
Erdbeben in der Region Kairouan. Es werden schwere Zerstörungen überliefert
Die Armee von Kaiser Karl V, etwa 25.000 Mann stark, beginnt die Festung La Goletta (La Goulette) zu belagern, die den Hafen von Tunis kontrolliert
Rodolphe d’Erlanger wird als Rudolf Franz Freiherr von Erlanger in Boulogne-Billancourt, Frankreich geboren. Der Maler, Musikwissenschaftler und Orientalist lässt sich 1912 im dem Fischerort Sidi Bou Said nieder und baute dort den gleichnamigen kostbaren Palast. Er sorgte dafür, dass der Ort 1915 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach seinem Tod im Jahre 1932 vererbt von Erlanger dem Land Tunesien sein Kulturgut.

Das Osmanische Reich schliesst in Konstantinopel ein Geheimabkommen mit den Briten, die ihnen ihre asiatischen Besitzungen garantieren und zusagen, einen russischen Zugriff auf die Meerengen zu vereiteln. Im Gegenzug erhält Grossbritannien das Recht, die Insel Zypern zu besetzen und zu verwalten, die formell unter osmanischer Souveränität blieb. Im Ausgleich hierfür erklärt sich Grossbritannien bereit, eine französische Übernahme des osmanischen Vasallenstaates Tunesien anzuerkennen.

Die Eisenbahnstrecke Tunis-Tebourba kann dem Verkehr übergeben werden. Die Strecke wurde gebaut durch die französische Firma Batignolles mit ihrer Tochtergesellschaft Compagnie des chemins des fer Bone–Guelma (BGP)
Der Vertrag von la Marsa über das Protektorat Frankreichs wird unterzeichnet. Er räumt Frankreich weitreichende Befugnisse in der Außen-, Verteidigungs- und Innenpolitik Tunesiens ein

Eine Gruppe um Abdelaziz Thâalbi gründet die Destour-Partei. Sie verkündet ein Acht-Punkte-Programm.

Fouad Mebazaa, tunesischer Politiker, wird in Tunis geboren
Roberto Zerquera Blanco, deutscher Schlagersänger, Schauspieler und Entertainer afro-kubanischer Abstammung, wird in Tunis geboren
Marcel Peyrouton ersetzt Erik Labonne und wird zum zweiten Mal französischer Generalresident in Tunesien (bis 22. Juli 1940)

2. Weltkrieg: Der italienisch-französische Waffenstillstand wird in Rom unterzeichnet. Er schafft entmilitarisierte Zonen auf französischem Territorium und in Tunesien, sieht aber keine Besetzung französischer Gebiete außerhalb der eroberten Gebiete vor.

Der Maler Ernst Paul Klee, bekannt durch seine Tunisreise mit August Macke, stirbt in Muralto, Kanton Tessin
Rachid al-Ghannouchi, späterer tunesischer Politiker und Chef der Partei Ennahda, wird in El Hamma geboren

2. Weltkrieg: Die Alliierten erobern die Mittelmeerinsel Lampedusa zwischen Tunesien und Sizilien.

Tarek Ben Ammar, späterer Filmproduzent, wird als Sohn eines tunesischen Vaters und einer korsischen Mutter in Tunis geboren.

In Südtunesien rücken französische Truppen gegen Verbände tunesischer Nationalisten vor, die in den vergangenen Wochen Terroranschläge auf französische Siedler verübt haben.

Habib Bourguiba, Tunesiens späterer Präsident, kehrt aus dem Exil in Frankreich nach Tunesien zurück.

Frankreich und die ehemalige französische Kolonie Tunesien nehmen mit dem Austausch von Botschaftern offizielle diplomatische Beziehungen auf.

Gründung des Gouvernorates Souk El Arba, umbenannt in Jendouba am 31. Mai 1966
Gründung des Gouvernorates Kef

Gründung des Gouvernorates Gabès

Tunesien und Frankreich einigen sich darauf, dass die französischen Truppen innerhalb von vier Monaten aus allen Stützpunkten in Tunesien außer der Hafenstadt Bizerta abgezogen werden.

In einer feierlichen Sitzung verabschiedet die tunesische Nationalversammlung in Tunis die erste Verfassung Tunesiens. Sie orientiert sich am am französischen Recht. Sie besteht aus 78 Artikeln und wurde im Laufe der Zeit mehrmals, zum Teil deutlich, verändert. Der Islam ist zwar Staatsreligion (Artikel 1); Tunesien wird aber das einzige arabische Land, dass das islamische Rechtssystem Scharia in der Verfassung abschafft. Lediglich Artikel 38 schreibt fest, dass der Präsident ein Muslim sein muss.

Frankreich gibt einen Teil seines Stützpunktgebietes in Bizerta an Tunesien zurück.

Der Vatikan und Tunesien kommen überein, dass von den rund 90 Kirchen in Tunesien lediglich sieben als katholische Gotteshäuser bestehen bleiben. Die übrigen sollen in öffentliche Einrichtungen umgewandelt werden. Grund war, dass sich die Zahl der Katholiken in Tunesien nach dem Abzug der Franzosen und Italiener erheblich verringert hatte.

Die erste weltweit über Satellit übertragene Fernsehsendung wird ausgestrahlt: "Our World – Unsere Welt. Augenblicke aus fünf Kontinenten", eine kaleidoskopartige Livesendung mit Filmsequenzen aus 42 Orten in der ganzen Welt. Als einziges afrikanisches Land nimmt Tunesien mit den Bildern von einem Basar in Tunis teil. Mehr ....

Im Rahmen der EWG-Nahrungsmittelhilfe werden in Brüssel Abkommen mit Pakistan, Tunesien, dem Sudan und Indonesien über die unentgeltliche Lieferung von Weichweizen unterzeichnet. Alle Abkommen sehen vor, dass der Weizen nur der menschlichen Ernährung dienen darf und dass die Verkaufserlöse auf einem Sonderkonto gutgeschrieben werden, aus dem Entwicklungsvorhaben finanziert werden sollen.

Habib Bourguiba Jr., Sohn des Präsidenten Habib Bourguiba, wird von seinem Posten als Außenminister (seit 1964) abberufen und zum Justizminister Tunesiens ernannt (bis Nov. 1970)
Das Gouvernorat Mahdia wird gegründet. Es entsteht zusammen mit dem Gouvernorat Monastir durch Abtrennung von dem seit 1956 bestehenden Gouvernorat Sousse.
Die Bewegung Sozialistischer Demokraten (MDS) (französisch Mouvement des democrates socialistes), eine oppositionelle sozialdemokratische politische Partei, wird gegründet, die Zulassung erfolgte aber erst am 19. November 1983
Die islamische Ennahda-Partei wird im universitären Umfeld als Mouvement de la Tendence Islamique (MTI, „Partei der Islamischen Ausrichtung) gegründet. Unter der Diktatur Ben Alis war Ennahda verboten
Auf der Fahrt von Dschidda nach Sues sinkt der Frachter Hamada bei schwerer See, mit einer Landung Plastikgranulat an Bord, vor der ägyptischen Küste.
Die Fähre Carthage wird von einer norwegischen Werft unter dem Namen CF Carthage an den Auftraggeber, die „Compagnie Tunisienne de Navigation (CTN)“ ausgeliefert. Die Fähre war 1997 bestellt worden.

Der tunesische Cyber-Dissident und Kämpfer für die Meinungsfreiheit im Internet, Zouhair Yahyaoui († 2005), wird, nachdem er Tunesiens Präsident Zine el-Abidine Ben Ali auf der Website TUNeZINE.com kritisiert hatte, festgenommen und 18 Monate inhaftiert. Zu seinen Ehren gab die tunesische Post im März 2017 eine Briefmarke mit seinem Konterfei aus. Seine Cousine, Amira Yahyaoui, gründet 2011 die Organisation Al Bawsala (Der Kompass), die die Arbeit des Parlaments und der Abgeordneten überwacht.

Zouhair Yahyaoui
Die Polizei im Phosphatrevier Redeyef schiesst in die protestierende Menge und tötet den 22jährigen Ben Ridha Hafnaoui. 26 weitere Personen werden verletzt. Ahmed Ahmadi Baccouch, ein weiteres Opfer, wird mit zwei Kugeln im Rücken ins Krankenhaus Gafsa eingeliefert. Tränengasgranaten werden bis ins Innere von Häusern geschossen und Wasserwerfer eingesetzt. Zugleich bezieht auch die Armee Aufstellung
22 Tunesier im Alter von 21 bis 35 Jahren, mit Herkunft aus dem südlichen Tunesien (Gabes, Gafsa, Kebili und Kasserine) werden zu Haftstrafen von drei bis acht Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer salafistischen Terrorgruppe verurteilt. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe bestritten und ausgesagt, sie wären im Rahmen von Folter gezwungen worden, zu gestehen
Mohamed Salah Jebri, Romancier, Schriftsteller und Forscher, stirbt im Alter von 69 Jahren
Zwei erste Fälle von H1N1 (Schweinegrippe) werden bei zwei tunesischen Staatsangehörigen festgestellt, die in die USA eingereist waren
Das tunesische Parlament verabschiedet eine Änderung im Strafgesetzbuch, die darauf abzielt, Menschenrechtsverteidiger/-Innen davon abzuhalten, die internationale Gemeinschaft über die Menschenrechtslage in Tunesien zu informieren. Die Änderungen in Artikel 61b des Strafgesetzbuches bedeuten, dass jede Person, die schuldig befunden wird, der wirtschaftlichen Sicherheit Tunesiens Schaden zugefügt zu haben, mit einer Haftstrafe von mindestens 5 Jahren rechnen muss
Vor der Küste Tunesiens geraten mehrere Flüchtlingsboote aus Libyen in Seenot, nachdem es an Bord der Boote wegen Überladung zu einer Massenpanik gekommen war. Die tunesische Küstenwache kann 570 Menschen retten, doch kommen schätzungsweise 200 afrikanische Flüchtlinge ums Leben
Rafaa Dekhil, ex CEO von Tunisair, Minister für Soziales und Minister für Kommunikation unter Ben Ali wird wegen Unregelmässigkeiten bei Tunisair (fiktive Jobs) verhaftet
Die in Südkorea für Tunesien gebaute Fähre Tanit trifft nach 18 Tagen Überführungsfahrt in Tunis ein.
Die am 20. April von Beji Caid Essebsi gegründete Initiative Nidaa Tounes wird zur Partei. Sie steht der ehemaligen bourguibistischen Neo-Destour nahe. Bei der Gründungsveranstaltung im Kongresspalast in Tunis sind 6-7.000 Personen anwesend
Die in Südkorea gebaute Fähre Tanit nimmt ihren Fährbetrieb zwischen Genua/ Marseille und Tunis auf. Sie ersetzt die Autofähre Habib sowie die gecharterte Autofähre El Venizelos. Der Name Tanit geht auf die gleichnamige karthagische Gottheit zurück.
Al-Baghdadi Ali al-Mahmudi, früherer Generalsekretär des Allgemeinen Volkskomitees von Libyen (Premierminister), wird von Tunesien nach Libyen ausgeliefert. Die Behörden erklären, dass er sich wegen Verbrechen am libyschen Volk vor Gericht verantworten muss
Rafaa Dekhil, ex CEO von Tunisair, Minister für Soziales und Minister für Kommunikation unter Ben Ali, im Juni 2012 wegen Unregelmäßigkeiten bei Tunisair (fiktive Jobs) verhaftet, wird auf Kaution entlassen

Der Attentäter Seifeddine Yacoubi alias Abu Yahya al-Qayrawani, geboren 1992 in Gaâfour, schießt am Badestrand vor dem Hotel Imperial Marhaba & Bellevue Park in Port El Kantaoui bei Sousse mit einer AK 47 auf Urlauber und wirft mehrere Handgranaten in Richtung Schwimmbecken und in die Direktionsbüros des Hotels. 38 Menschen, darunter 30 Briten, verlieren ihr Leben, 39 Menschen erleiden teils schwere Verletzungen.

Der Attentäter selbst wird nach über 30 Minuten Untätigkeit der Sicherheitskräfte durch einen Polizisten in einer Nebenstraße erschossen.

In Port El-Kantaoui kommt es zu einer terroristischen Attacke auf die Gäste des Hotels Imperial Marhaba & Bellevue Park der Kette RIU Hotels & Resorts, in deren Verlauf 38 Menschen, zumeist britische Touristen, erschossen werden. Der Attentäter wird von einem Polizisten erschossen.
Die Reiterstatue des ersten tunesischen Präsidenten, Habib Bourguiba, wird an der Avenue Habib Bourguiba nahe des ursprünglichen Standortes aufgestellt und eingeweiht. Die Statuen von Bourguiba waren nach der Machtübernahme durch Ben Ali abgebaut worden, um die Erinnerung an den ersten beliebten Präsidenten zu tilgen, was aber nie gelang.
Die tunesische Erdölfirma ETAP (37) mit einem Gewinn von 266 Millionen Dollar und der Getränkehersteller SFBT (65) mit 72,1 Millionen Dollar Gewinn werden erstmals in den Top 100 der profitabelsten Firmen Afrikas gelistet.
Air Malta nimmt nach mehrjähriger Unterbrechung aufgrund der tunesischen Revolution den Flugbetrieb mit drei Direktflügen pro Woche zwischen der Insel Malta und dem Flughafen Tunis-Carthage wieder auf.