Volkstrauertag: Kranzniederlegung auf dem deutschen Soldatenfriedhof Borj Cedria

Datum/Zeit
Date(s) - 17/11/2019
10:45 - 12:00

Veranstaltungsort
Soldatenfriedhof Bordj Cedria

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Aus Anlass des jährlichen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt am Volkstrauertag findet am Sonntag, den 17. November 2019 um 11.00 Uhr eine Gedenkzeremonie mit Kranzniederlegung auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Borj Cedria statt. Der deutsche Botschafter Andreas Reinicke lädt aus diesem Grund alle Angehörigen der Deutschen Gemeinde in Tunesien und ihre tunesischen Freunde, Bekannten und Mitarbeiter ein, diese Zeremonie gemeinsam zu begehen. Die Zeremonie beginnt um 11.00 Uhr, empfohlen wird ein Eintreffen bis 10.45 Uhr.

Anfahrtsplan Soldatenfriedhof Bordj Cedria
Anfahrtsplan Soldatenfriedhof Bordj Cedria

Info Soldatenfriedhof Bordj Cedria: Der Soldatenfriedhof Bordj Cedria ist ein Soldatenfriedhof in Tunesien. Er liegt nahe dem Ort Borj Cédria, etwa 25 Kilometer östlich von Tunis, der Hauptstadt Tunesiens. In der Kriegsgräberstätte sind 8.562 deutsche Soldaten beerdigt, die im Zweiten Weltkrieg bei den Kämpfen des Tunesienfeldzuges von November 1942 bis Mai 1943 gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verstorben sind.
Zunächst waren die Toten der deutschen Wehrmacht auf sechs provisorischen Sammelfriedhöfen in Nassen, Bizerta, La Mornaghia, El M’Dou, Mateur und Sfax beigesetzt worden. Viele deutsche Gefallene befanden sich auch in Feldgräbern, die über das ganze Land verstreut waren. Nach dem deutschen Kriegsgräberabkommen mit Tunesien vom 28. März 1966 war die rechtliche Basis geschaffen, die bisherigen Anlagen aufzulassen und die Toten von dort und aus den verstreuten Feldgräbern nach Bordj Cedria umzubetten. Der Soldatenfriedhof wurde 1973–1975 errichtet und am 28. September 1977 eingeweiht. An 104 Gefallene der Jahre 1941–1943, deren Gräber in Tunesien nicht auffindbar waren, wird erinnert.
Ein steiler gepflasterter Weg führt vom Besucherraum zur Kriegsgräberstätte. Sie besteht aus einem zentralen Innenhof und sechs Einzelhöfen. In den Einzelhöfen befinden sich Gebeinhäuser (Ossarien), die mit großen Granittafeln ummantelt sind. Auf den Granittafeln sind die Namen, Dienstgrad, Geburts- und Sterbedatum der Gefallenen dokumentiert. Im zentralen Innenhof weist ein Gedenkstein auf Arabisch, Französisch und Englisch auf die deutschen Gefallenen und die Zahl der Toten hin. Die in sich geschlossenen Einzelhöfe haben die Namen Bizerta, El M’Dou, Mateur, La Mornaghia, Nassen und Sfax.

Info Volkstrauertag: Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den sogenannten stillen Tagen. Er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen.
Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht „befohlene“ Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.
Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.
1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn „Heldengedenktag“. Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.
Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.