Tunesische Post: Zwei Briefmarken zu Ehren der Märtyrer Mohamed Brahmi und Chokri Belaid

Am Donnerstag, den 9. April 2020 gibt die tunesische Post (La Poste) zwei Briefmarken zu Ehren der Märtyrer des Heimatlandes und der Republik, Chokri Belaid und Mohamed Brahmi, heraus, um das nationale Gedächtnis zu bewahren und Tunesiens Bemühungen im Kampf für Freiheit und Demokratie und im Kampf gegen den Terrorismus sowie der Förderung der nationalen Einheit zu unterstützen.

Diese Ausgabe fällt mit dem Gedenken des Landes anlässlich des 82. Tages der Märtyrer zusammen, als Denkmal für diejenigen, die getötet wurden und ihr Leben im Austausch für das Heimatland gegeben haben.

Diese Briefmarken und alle verwandten Produkte werden ab dem 9. April 2020 in allen Postämtern zum Verkauf angeboten. Sie können auch über das Internet mit verschiedenen elektronischen Zahlungsmitteln über www.e-stamps.poste.tn erworben werden.

Info: Mohamed Brahmi (* 15. Mai 1955 in Sidi Bouzid; † 25. Juli 2013 in Tunis) war ein tunesischer Politiker. Er gründete nach der Revolution in Tunesien 2010/2011 am 8. März 2011 die Volksbewegung und blieb bis zum 7. Juli 2013 ihr Parteivorsitzender, die am 22. November 2011 unter seiner Führung zwei Sitze in der Verfassunggebenden Versammlung gewann. Brahmi wurde nunmehr Parlamentsabgeordneter der Volksfront, in welcher seine Volksbewegung mit der Arbeiterpartei, der Bewegung Demokratischer Patrioten, der Baath-Bewegung, der Arabisch-Demokratischen Vorhut und der Bewegung Sozialistischer Demokraten zusammenarbeitet.
Brahmi wurde am 25. Juli 2013 außerhalb seines Hauses in Ariana von zwei Männern auf dem Motorrad vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder erschossen. Nachdem er 14 mal angeschossen wurde, starb am gleichen Tag im Krankenhaus des Ariana-Bezirks von Tunis. Nach seinem Tod protestierten Tausende seiner Unterstützer, darunter auch seine Angehörigen und Parteimitglieder der Volksbewegung, vor dem Innenministerium und beschuldigten die Ennahda-Bewegung und ihre Anhänger an der Ermordung schuld zu sein.

Chokri Belaïd (* 26. November 1964 in Djebel Jelloud; † 6. Februar 2013 in Tunis) war ein tunesischer Jurist und Politiker. Er war ein ehemaliges Mitglied der „Haute instance pour la réalisation des objectifs de la révolution, de la réforme politique et de la transition démocratique“ („Hohe Behörde für die Erreichung der Ziele der Revolution, für politische Reformen und demokratische Transition“) und Generalsekretär der Partei Mouvement des patriotes démocrates (Bewegung Patriotischer Demokraten). Der linke Oppositionspolitiker galt als strikter Gegner der Regierung Jebali und trat für die Trennung von Staat und Religion ein.
Belaïd wurde am 6. Februar 2013 vor seinem Haus erschossen, als er seinen heimatlichen Bezirk El Menzah im Norden von Tunis verlassen wollte. Dieser Mord löste eine Vielzahl von Protestveranstaltungen aus. Mehrere Büros der Regierungspartei Ennahda wurden verwüstet. Im August 2013 beschuldigte Premierminister Ali Larajedh die salafistische Organisation Ansar al-Scharia unter anderem, hinter den Morden an Chokri Belaïd und Mohamed Brahmi zu stehen.