Biologische Vielfalt: INLUCC warnt vor Handel mit Meeresschildkröten

Die Nationale Antikorruptionsbehörde (INLUCC) wurde über die Handelspraktiken von Meeresschildkröten in Sfax informiert. In dem am Samstag, den 25. April 2020 veröffentlichten Tagesbericht teilte die INLUCC mit, sie habe eine Warnung bezüglich „eines Bewohners in der Ortschaft Slatnia in der Nähe der Bouhamed-Station in Sfax erhalten, der vor aller Augen in der Öffentlichkeit vor seinem Haus große Meeresschildkröten verkaufe. Sollte sich dies als wahr herausstellen, wäre dies eine schwere Übertretung des Gesetzes zum Schutz dieser gefährdeten Art auf der ganzen Welt und natürlich auch in Tunesien.

Diese Art, die für die Artenvielfalt der Meere und die Gesundheit der Ozeane von entscheidender Bedeutung ist, ist in Tunesien durch das Gesetz zum Schutz der Wale (Gesetz Nr. 94-13 vom 31. Juli 1994) sowie durch das Dekret des Ministeriums für Landwirtschaft vom 28. September 1995 zur Regelung der Fischereitätigkeit, geschützt. Diese Vorschriften verbieten das Fangen von Mönchsrobben, Walen und Meeresschildkröten in den Hoheitsgewässern, den Handel und die Gefangenschaft.

Wassim Amdrous, der Koordinator des vom Nordafrika-Büros des WWF im Dezember 2019 gestarteten Programms zum Schutz von Meeresschildkröten in Tunesien, wurde von der Presseagentur TAP kontaktiert und sagte, dass der WWF sich mit den lokalen Verbänden in Sfax, einschließlich des APNES (Umwelt- und Naturschutz von Sfax) und der „Association des Jeunes Sciences“ in Kerkennah, abstimmen werde, um alle Wilderungspraktiken von Meeresschildkröten in der Region zu verhindern. Er fügte hinzu, dass bestimmte Gewohnheiten des Verzehrs von Meeresschildkrötenfleisch und seiner Verwendung in der traditionellen Medizin Tunesiens, insbesondere auf den Kerkennah-Inseln, immer noch existieren würden.

Ziel des WWF sei es, „einen günstigen Erhaltungszustand für Meeresschildkrötenarten im Mittelmeerraum mit einem erhöhtem Schutz in Tunesien aufgrund der strategischen geografischen Lage als Lebensraum für diese Arten zu erreichen“. Die tunesischen Küsten, hauptsächlich der Golf von Gabès, seien laut des Nordafrika-Büros des WWF für die Meeresschildkrötenpopulationen im gesamten Mittelmeerraum von größter Bedeutung.

In Tunesien sind drei von 7 weltweit verbreiteten Arten von Meeresschildkröten bekannt: die Unechte Karettschildkröte (Caretta Caretta), die grüne Meeresschildkröte und die Lederschildkröte. Diese Arten sind zunehmend durch Meeresverschmutzung, versehentliches Fischen und bestimmte Fütterungsgewohnheiten bedroht. Ihre Existenz ist jedoch für die Gesundheit der Ozeane von entscheidender Bedeutung, da sie die Meeres- und Küstenökosysteme regulieren und dank ihnen die Meeresgebiete laut WWF auf natürliche Weise aufgeräumt werden.

In Tunesien gibt es seit 2004 ein Meerespflege- und Rettungszentrum für Meeresschildkröten am Nationalen Institut für Meereswissenschaften und -technologie (NSTM) in Monastir. Diese Einrichtung führt Autopsien an toten Schildkröten durch, um die Todesursache zu bestimmen und kümmert sich um Schildkröten, die lebend gestrandet sind oder im Falle einer versehentlichen Gefangennahme zurückgebracht werden.
Das „SeaTuMed“ -Netzwerk wurde kürzlich in Tunesien gestartet. Ihre Aktion konzentriert sich auf den Schutz von Meeresschildkröten an der tunesischen Küste.

Titelbild: Von StrobilomycesEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Quelle: INLUCC via TAP