Seltene Art der Marmelenten brütet am Sebkhet Sejoumi

Am Sebkhet Sejoumi südwestlich von Tunis und westlich von Ben Arous konnten Beobachter der Association „Les Amis des Oiseaux“ (AAO) (Die Freunde der Vögel) mehrere nistende Paare der seltenen Marmelenten bestätigen. Die Marmelente ist eine global gefährdete Vogelart und wird von der IUCN als gefährdet (vulnerable) eingeordnet.

Die Marmelente (Marmaronetta angustirostris) stammt aus der Familie der Entenvögel und ist die einzige Art der Gattung Marmaronetta, die eine Sonderstellung zwischen Tauch- und Schwimmenten einnimmt und eine eigenständige, monotypische Evolutionslinie der Enten darstellt. Die Art ist sehr selten, da die Lebensräume dieser Tiere, vegetationsreiche Teiche, Tümpel und Seen sowohl im Süß- als auch im Brackwasser, immer mehr verloren gehen. Zu ihren wichtigsten Brutgebieten zählten einst die irakischen Ahwar-Sümpfe, die aber seit den 1980er Jahren systematisch trockengelegt wurden. Anfang diesen Jahrtausends soll die weltweite Winterpopulation dieser Art nur noch geschätzte 14.000 bis 16.000 Enten betragen haben.

Die Marmelente war einst rund um das Mittelmeer und in Zentralasien verbreitet. Sie ist ein Brutvogel der mediterranen Subregion und kommt heute nur noch in Andalusien, der Camargue, sowie auf der Mittelmeerinsel Mallorca vor. Verstreute Vorkommen gibt es außerdem noch in Teilen Tunesiens und Marokkos. In Zentralasien ist die Marmelente von Tadschikistan und Usbekistan bis in den Nordiran und Afghanistan verbreitet. Bei in Mitteleuropa beobachteten Marmelenten handelt es sich wohl immer um Gefangenschaftsflüchtlinge, da diese Enten beliebte Parkvögel sind.

In Südspanien, Nordafrika, in der Türkei sowie an den Ufern des Kaspischen Meeres ist die Marmelente ein Standvogel. Im übrigen Verbreitungsgebiet zieht sie nach Ägypten, an den Persischen Golf oder überwintert an Gewässern in Pakistan. Die im Westen des Verbreitungsgebiet brütenden Marmelenten ziehen in geringer Zahl bis in den Senegal und an den Tschadsee.

Der Vogel ernährt sich von überwiegend von Insekten, aber auch Mollusken, die gründelnd und tauchen gefangen werden. Pflanzliche Nahrung macht nur einen geringen Anteil aus.

Quelle & Titelbild: Association „Les Amis des Oiseaux“ (AAO) & Wikipedia