Dürre – Wasser ist in Tunesien eine knappe Ressource (Video)

Wasser ist ein wertvolles Gut in Tunesien – besonders in der Provinz Kairouan, einer der wärmsten Regionen Tunesien. Der Regen wird dort immer seltener, Dürre ist ein zunehmendes Problem. Das seit 2016 laufende Programm für „Wasserressourcenmanagement und Bewusstseinsbildung“ der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) soll dabei helfen, Lösungen für das Wasserproblem zu finden.

Wasser ist in Tunesien eine knappe Ressource. Seine natürliche Verfügbarkeit ist großen Schwankungen unterworfen. Zugleich steigt der Bedarf an Wasser kontinuierlich, 80 Prozent der Wasserressourcen werden für die Landwirtschaft verwendet. Traditionell nutzt das Land Oberflächenwasser. Da die Nachfrage nicht befriedigt werden kann, wird zunehmend Grundwasser genutzt, auch durch eine Vielzahl illegal gebohrter Brunnen, wodurch der Grundwasserspiegel fällt, in einigen Regionen um bis zu fünf Meter pro Jahr. Der Bevölkerung ist die kritische Situation der Wasserressourcen nur unzureichend bewusst.

Durch den Klimawandel sind die jährlichen gewohnten Regenmengen stark gesunken, auf bisherige Regenmengen und -zeiten kann man sich nicht mehr verlassen. Wenn es regnet, dann oft sturzflutartig, der Boden kann solche Regenmengen nicht schnell genug aufnehmen und das meiste Regenwasser, rund 80 Prozent, fließen ungenutzt ab. Nur ein kleiner Teil der Landwirte in Tunesien können auf fast unbegrenztes Wasser aus Staudämmen zugreifen, die meisten anderen sind von Regenwasser abhängig. Trinkwasser muss häufig aus weit entfernte Brunnen beschafft werden.

Hier setzt das seit dem Jahr 2016 laufende Programm „für Wasserressourcenmanagement und Bewusstseinsbildung“ der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit dem Arbeitsnamen „Integriertes Wasserressourcenmanagement II (IWRM II)“ an. Der Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Abstimmung mit dem tunesischen Ministerium „Ministère de l’Agriculture, des Ressources Hydrauliques et de la Pêche (MARHP)“ als politischer Träger. Ziel des eigentlich von 2016 bis 2020 laufenden, aber bis 2023 verlängerten Programms ist eine verbesserte Bewirtschaftung der knappen Wasserressourcen in Zentraltunesien durch alle relevanten staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteure.

Dieses Programm sucht für die Landbevölkerung ohne Zugriff auf Wasser aus Staudämmen oder Grundwasser Alternativen für die Landwirtschaft, zum Beispiel dem Bau von Zisternen, um Regenwasser aufzufangen oder Terrassen, um den Abfluss von Wasser zu verlangsamen. Zudem unterstützt das Projekt die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung, wobei Frauen und Jugendliche, die oft aufgeschlossener sind, eine Schlüsselrolle bei den Sensibilisierungsmaßnahmen spielen.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH begleitet dabei auch die vom Ministerium durchgeführten Maßnahmen strategisch und juristisch, (nationale Wasserstrategie, neues Wasserrecht, Überarbeitung des Schiedsgerichts im Wassersektor). Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Stärkung von privaten Dienstleistungsangeboten für die Wassernutzergruppen.

Quellen: GIZ | Deutsche Welle