Olivenölernte 2019/2020: Tunesien zweitgrößter Olivenölproduzent außerhalb Europas

Tunesien war in der Saison 2019/2020 der wichtigste Olivenölexporteur der Welt außerhalb der Europäischen Union, sagte der Präsident des tunesischen Büros für Öl (ONH), Chokri Bayoudh. Trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, darunter Vermarktungsprobleme und ein Preisverfall auf dem internationalen Markt, sei Tunesien in der Lage gewesen, seinen Vorteil bei den weltweiten Olivenölexporten aufrechtzuerhalten, wobei fast 80 Prozent der Exporte in die Europäische Union gingen.

Während der Kampagne 2019/2020 exportierte Tunesien 365.000 Tonnen Olivenöl im Gesamtwert von etwa 2.225 Milliarden Dinar (etwa 4,25% des Staatshaushalts für 2020) in 54 Länder. Dies repräsentiert einen weiteren Anstieg zum Vorjahr, als 325.000 Tonnen Olivenöl exportiert werden konnten.

Tunesien bleibt mit 55.000 Tonnen auch weiterhin der wichtigste Ölexporteur in Richtung Kanada und die Vereinigten Staaten. Die tunesische Olivenölproduktion hat während der Erntekampagne 2019/2020 einen Rekord von 400.000 Tonnen erreicht, sagte Chokri und erinnerte daran, dass Tunesien, was die Produktion betrifft, weltweit an zweiter Stelle nach Spanien steht, dass zwischen 40 und 60% des Öls in der Welt oder 3 Millionen Tonnen produziert. Die tunesische Produktion in der Saison 2019/2020 machte 12% der weltweiten Olivenölproduktion aus.

Bayoud erinnerte an die Interventionen des ONH durch die direkte Abholung des Olivenöls bei den Erzeugern und die Einrichtung eines Lagerprogramms von 100.000 Tonnen, um ein gewisses Preisgleichgewicht zu gewährleisten. Bezüglich der Ausfuhrpreise für Olivenöl erklärte Bayoudh, dass der Durchschnittspreis in Spanien (weltweiter Bezugswert) bei etwa 2,09 Euro/kg liege und dass Tunesien seine Produktion zu einem Preis von etwa 2,03 Euro/kg vermarktet habe, was bedeute, dass sie nicht unter den internationalen Durchschnittspreisen liege.

Export von verpacktem Olivenöl bleibt unter den Erwartungen

In Bezug auf den Verkauf von verpacktem Olivenöl sagte Chokri Bayoud, dass davon während der Kampagne 2019/2020 nur 27.000 Tonnen exportiert wurden. Er schätzt, dass diese Menge angesichts des hohen Mehrwerts von verpacktem Olivenöl, dessen Preise auf den Weltmärkten das Doppelte des Preises von losem Olivenöl erreichen können, hinter den Erwartungen zurückblieb.  Tunesien wolle bis 2025 rund 50.000 Tonnen verpacktes Olivenöl exportieren und das mit Unterstützung des Fonds für die Förderung von verpacktem Olivenöl, der die Vermarktung dieses Produkts auf den internationalen Märkten unterstützt.

Der Beamte vertrat auch die Ansicht, dass die Kosten für die Verpackung sehr hoch seien, was beträchtliche Investitionen erfordere, bei einem sehr bescheidenen Budget des Fonds, das jährlich 4 Millionen Dinar nicht überschreitet. Frankreich sei mit etwa 16.000 Tonnen der führende Käufer von verpacktem Olivenöl im Jahr 2020, gefolgt von Deutschland.

Im Übrigen betonte Bayoudh die Ausrichtung auf die Diversifizierung der Exportmärkte für tunesisches Olivenöl und wies darauf hin, dass der indische und der brasilianische Markt zu den neuen Märkten gehören, die in der Kampagne 2019/2020 aufgrund ihrer Größe und des beginnenden Interesses an diesem Produkt von den nationalen Exporten ins Visier genommen wurden.

Seinen Angaben zufolge habe der Inlandsmarkt in dieser Saison fast 40.000 Tonnen Olivenöl verbraucht, wobei er daran erinnert, dass der durchschnittliche nationale Verbrauch in den letzten Jahren etwa 30-35.000 Tonnen jährlich betrug. Er fügte hinzu, dass trotz des Rückgangs der nationalen Preise (6 Dinar pro Liter) der Verbrauch nicht wesentlich zugenommen hat, was auf eine Änderung der Konsumgewohnheiten der Tunesier im Vergleich zu den 1980er Jahren zurückzuführen ist, in denen der Verbrauch von Olivenöl viel höher war.

Quelle: ONH via TAP