31. Jan 2021: UNHCR in Tunesien – Operatives Update

Am 12 Feb hat der UNHCR ein operatives Update mit Stand 31 Jan 2021 über ihre Tätigkeit in Tunesien ausgegeben. Die Flüchtlingsorganisation der UN (UNHCR) ist seit 1963 in Tunesien tätig. Die Organisation bietet Schutzdienstleistungen an, die alle Aspekte der Registrierung, Dokumentation, Bestimmung des Flüchtlingsstatus und dauerhafte Lösungen für betroffene Personen umfassen. In Tunesien befinden sich 6.744 Personen, die für den UNHCR von Bedeutung sind (Asylsuchende und Flüchtlinge). 660 Flüchtlings- und Asylbewerberhaushalte erhielten Bargeldunterstützung. 62 Flüchtlinge und Asylsuchende besuchten Sprachkurse (Englisch, Französisch und tunesischer Dialekt). 11 Flüchtlinge reisten zur Neuansiedlung nach Schweden und Frankreich aus.

Organisatorischer Hintergrund

Zu Beginn des neuen Programmjahres erneuerte der UNHCR die Partnerschaftsvereinbarungen mit dem Tunesischen Flüchtlingsrat (CTR), dem Arabischen Institut für Menschenrechte (AIHR) und der Tunesischen Vereinigung für Management und soziale Stabilität (TAMSS), die das gesamte Spektrum an Schutz-, Hilfs-, Rechtshilfe- und Kapazitätsaufbauaktivitäten abdecken. Aufbauend auf den Erfolgen im Jahr 2020 und den gewonnenen Erkenntnissen wird die strategische Reaktion des UNHCR im Jahr 2021 darauf ausgerichtet sein, die sozioökonomische Inklusion von Flüchtlingen und Asylsuchenden zu verbessern und gleichzeitig den Zugang zu Grundrechten und grundlegenden sozialen Dienstleistungen zu erweitern. Das Programm 2021 wird gemeinsam mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Stellen und im Einklang mit den Zielen des „Global Compact on Refugees“ umgesetzt.

Bis zum 31. Jan 2021 verzeichnete Tunesien 209.000 Fälle von COVID-19, darunter 157.000 Genesungen und 6.754 Todesfälle. Die tunesische Regierung entschied sich für eine gezielte Abriegelung, die eine landesweite Ausgangssperre umfasst, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, sowie Maßnahmen zur Begrenzung der physischen Anwesenheit an Arbeitsplätzen, einschließlich Telearbeit. Um diese Maßnahmen einzuhalten, wurden die meisten Gruppenaktivitäten für Flüchtlinge und Asylsuchende ausgesetzt oder durch reduzierte Anwesenheit durchgeführt, während die Anwesenheit von UNHCR-Mitarbeitern in den Büros auf 50 Prozent beschränkt blieb.

31. Januar 2021: UNHCR in Tunesien - Bewegungsprofil
31. Jan 2021: UNHCR in Tunesien – Bewegungsprofil

Operative Reaktion

Die UNHCR setzte sich für die Einbeziehung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in die nationale Impfkampagne COVID-19 ein, die im Februar 2021 beginnen soll. UNHCR richtete zu diesem Zweck einen Brief an das Außenministerium (MoFA) und führte parallel dazu Lobbyarbeit mit der WHO und dem UN Resident Coordinator durch.

Das regionale Direktorat für öffentliche Gesundheit des Gouvernements Medenine führte ein COVID-19-Screening unter den Bewohnern der Unterkünfte in Zarzis und Medenine durch. Achtundzwanzig Bewohner wurden bis Ende Januar getestet. Zusätzlich wurden 40 Flüchtlinge und Asylsuchende im Gouvernorat Tataouine auf Bluthochdruck und Diabetes untersucht und erhielten Beratung zur COVID-19-Prävention. In Sfax wurden außerdem 15 Wohnungen, in denen Flüchtlinge und Asylsuchende untergebracht sind, sterilisiert. Masken und Oximeter wurden an die Bewohner (etwa 50 Personen) verteilt.

Am 18. Januar verteilte UNHCR in Zusammenarbeit mit RADROS (einem Netzwerk lokaler NGOs) und der Stadtverwaltung von Sfax Artikel zum Schutz vor COVID-19. Die Verteilung umfasste Desinfektions- und Reinigungsmittel, persönliche Schutzausrüstung und Abfallentsorgungsartikel. Die Stadtverwaltung von Sfax wird das Material an Gesundheitseinrichtungen, lokale Vereine und lokale zivile Netzwerke verteilen. Das Material wird allen Gemeinden zugute kommen, auch den Flüchtlingen und Asylsuchenden, die sich in großer Zahl in der Gegend aufhalten. Ebenfalls in Sfax spendete UNHCR Desinfektionsmittel und PSA wie Masken, Thermometer und Desinfektionsmittel an die lokale Nichtregierungsorganisation SOS-Kinderdorf in der Stadt Mahres, die etwa 15 Flüchtlings- und Asylbewerberkinder beherbergt. Lokale Verbände versorgten außerdem 15 Flüchtlings- und Asylbewerberkinder in der Region mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern.

Ende Dezember spendete UNHCR Tunesien Desinfektionsmaterial und persönliche Schutzausrüstung wie Gummistiefel, Masken, weiße Kittel und Desinfektionsmittel an die Gemeinden Raoued und Ariana (Grand Tunis) zur Prävention von COVID-19. Die Spende kommt allen Teilen der Bevölkerung zugute, einschließlich der Flüchtlinge und Asylsuchenden, die sich in großer Zahl in der Gegend aufhalten.

UNHCR Tunesien startete eine spezielle Hilfe-Webseite für Flüchtlinge und Asylsuchende, auf der sie verlässliche Informationen zu Schutzthemen und Hilfsangeboten des UNHCR im ganzen Land abrufen können. Die Webseite wird in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt.

Der Bericht kann in englischer Sprache auf der Seite der UNHCR oder bei reliefweb.int heruntergeladen werden.