Ausgangssperre ab 10 April 2021 wieder ab 22 Uhr

Regierungschef Hichem Mechichi traf sich am Samstag, den 10 April 2021 mit Mitgliedern des wissenschaftlichen Komitees und mit den Gouverneuren, um über Änderungen der am Mittwoch, den 7. April 2021, beschlossenen Maßnahmen zu beraten, die bei der Bevölkerung und der Wirtschaft, insbesondere der Gastronomie, auf Widerspruch gestoßen waren. Insbesondere die Ausgangssperre ab 19 Uhr und die Schließung der Wochenmärkte trafen auf Unmut. Der Beginn der Ausgangssperre wird nun wieder auf 22.00 Uhr gelegt. Auch die Wochenmärkte dürfen unter Einhaltung der Gesundheitsprotokolle wieder öffnen. Alle anderen Maßnahmen bleiben wie gehabt und sollen vorläufig bis zum 30 April 2021 gelten.

Regierungssprecherin Hasna Ben Slimane sagte am Samstag, den 10. April 2021, dass beschlossen wurde, die Wochenmärkte wieder zu öffnen und dabei das bereits geltende Hygieneprotokoll zu respektieren ist. Ben Slimane fügte hinzu, dass im Falle der Nichteinhaltung des Hygieneprotokolls die Entscheidung zur Wiedereröffnung revidiert werde, wobei sie betonte, dass die sanitäre Situation wöchentlich bewertet werde.

Der Regierungschef, Hichem Mechichi, sagte, dass die Ausgangssperre sich in Tunesien und im Ausland als wirksam erwiesen hat, um die Ketten der Kontaminierung zu brechen, aber nicht ohne Folgen, daher die Notwendigkeit, sie auf Antrag des Präsidenten der Republik zu revidieren, sagte er.

Mechichi, der ein Treffen mit Mitgliedern des wissenschaftlichen Komitees für den Kampf gegen das Coronavirus geleitet hatte, dass sich mit der Bewertung der neuesten Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus befasste, betonte, dass jede angekündigte Entscheidung überprüft werden kann. Er forderte die Mitglieder des wissenschaftlichen Komitees auf, die Bürger über die Situation aufzuklären, um einer Übervorteilung entgegenzuwirken und fügte hinzu, dass Tunesien eine Wertekrise erlebe, die seiner Meinung nach gefährlicher sei als alle anderen Krisen, die das Land durchmache.

Der Regierungschef betonte, dass die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Epidemie ausschließlich auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen, ein Ansatz, den das wissenschaftliche Komitee verfolge, dass, wie er sagte, unabhängig arbeite. Er fügte hinzu, dass „es Parteien gäbe, die weder mit der Wissenschaft noch mit der Medizin etwas zu tun haben und die das Thema debattieren und Szenarien präsentieren, hinter denen man politische Gründe wittert, im Gegensatz zu anderen Ländern.

Er sagte, dass die Krankenhäuser derzeit einen starken Anstieg von Coronavirus-Patienten erleben und dass es einen großen Druck auf Intensivstationen und Sauerstoffbetten gäbe, deren Anzahl sich in der letzten Zeit verdoppelt hat. Zunehmend seien auch junge gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen von schweren Verläufen der Krankheit Covid-19 betroffen.

In diesem Sinne sagte Hichem Mechichi, dass die Verantwortung für diese Nachlässigkeit nicht allein der Regierung zugeschrieben werden, sondern als eine gemeinsame Verantwortung betrachtet werden sollte, bei der sich alle Bürger der Situation bewusst sein sollten.
„Es liegt in der Verantwortung der Regierung, soziale Distanzierungsmaßnahmen anzuwenden, indem sie Menschenansammlungen verhindert. Wir sind uns der Schwierigkeiten, die bestimmte Sektoren (Cafés, Restaurants…) betreffen, durchaus bewusst. Nach den jüngsten Entscheidungen zur Lockerung der Ausgangssperre im Land müssen die Verantwortlichen dieser Einrichtungen ihrerseits ihre Anstrengungen verdoppeln, um Schutz- und Distanzierungsmaßnahmen anzuwenden“, betonte der Regierungschef.

Er erklärte, dass Entscheidungen angekündigt wurden, um die Ausbreitung der Infektionen einzuschränken, aber Tunesien sei wie alle Länder der Welt in eine dritte Welle eingetreten, die groß angelegte Maßnahmen erforderte, von denen einige zu einer allgemeinen Einschränkung zurückgekehrt sind und andere eine strenge Ausgangssperre verordnet haben. Er stellte fest, dass Tunesien eine Reihe von Maßnahmen ergriffen hat, um die Gesundheit der Bürger und die Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen zu erhalten, und betonte, dass diese Maßnahmen wirtschaftliche und soziale Kosten verursachen, die solidarisch geteilt werden müssen. Der Regierungschef betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer großen kollektiven Anstrengung und Solidarität unter den Bürgern, um die Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu bewältigen.

Die Maßnahmen wie folgt

  • Ausgangssperre ab 19.00 Uhr 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr
  • Die Gouverneure werden angewiesen, als Covid-19-Cluster klassifizierte Bereiche zu schließen
  • Verbot aller öffentlichen und privaten Versammlungen
  • Wochenmärkte dürfen unter Einhaltung der Gesundheitsprotokolle wieder öffnen
  • Obligatorische Quarantäne für Reisende, die aus dem Ausland kommen, für die Dauer von 5 Tagen
  • Ab dem 12. April die Anwendung der Ramadan-Öffnungszeiten für öffentliche Verwaltungen
  • Intensivierung der Kontrollen über die Anwendung von sanitären Maßnahmen und Abstandsregelungen.

Bezüglich der fünftägigen Quarantäne für Einreisende nach Tunesien ist nach wie vor die Vorlage eines PCR-Tests, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, beim Check-In am Abflughafen notwendig. Dieser muss auch in ausgedruckter Form vorliegen und an der Körpertemperaturstelle im Ankunftsflughafen abgegeben werden. Die 5-tägige Quarantäne kann entweder zu Hause oder in einem Hotel abgeleistet werden. Zum Ende der Quarantäne ist ein zweiter PCR-Test erforderlich, um aus der Quarantäne entlassen zu werden. (Quelle)

Siehe auch hier: Neue Maßnahmen – Keine Hotelquarantäne mehr (Update 7 Apr 2021)

Quelle: Ministerium für Gesundheit