Verärgerung bezüglich der obligatorischen Einreisemaßnahmen

Angesichts wachsender Verärgerung und Fehlentwicklungen bei der Durchsetzung der obligatorischen Reiseschutzmaßnahmen steht die Regierung noch unbestätigten Berichten zufolge kurz davor, eine baldige Änderung anzukündigen. Demnach könnte das Verfahren der verpflichtenden Hotelquarantäne für aus dem Ausland ankommende Individualreisende in den letzten Zügen liegen.

Aus zuverlässigen Quellen hat das im Allgemeinen sehr gut informierte Reisemagazin Destination Tunisie erfahren, dass am 30. Mai neue Ankündigungen diesbezüglich gemacht werden sollen, mindestens eine Woche vor dem ursprünglich für den 6. Juni vorgesehenen Termin. Der Grund dafür ist der Aufschrei der Tunesier im Ausland, die angesichts ihrer Rückkehr ins Land für die Sommerferien ihre Verärgerung gegen die Maßnahme zum Ausdruck bringen. Im Hafen von La Goulette hupten sie gestern bei der Ankunft eines CTN-Schiffes aus Genua beim Ausschiffen lange, um ihre Unzufriedenheit zu zeigen.

Auch in sozialen Netzwerken wurden viele Gruppen gegründet, die diese als diskriminierend empfundene Maßnahme anprangerten. Die Bewegung wurde weiter akzentuiert, nachdem die Regierung angekündigt hatte, Reisende aus Libyen auf dem Luftweg bei ihrer Ankunft in Tunesien von jeglicher Form der verpflichtenden Quarantäne zu befreien, und zwar ab Montag, den 24 Mai 2021.

Viele Abgeordnete, die Wahlkreise im Ausland vertreten, brachten ihre Verärgerung ihrerseits zum Ausdruck und nutzen ihren Einfluss im Parlament und den Gremien, um zu versuchen, die Maßnahme zu entfernen. Was die Behörden aber zum Umdenken veranlasst, ist auch und vor allem die Zahl der erlassenen Ausnahmen, so dass heute mehr als zwei Drittel der Ankommenden aus dem Ausland de facto von der verpflichtenden Quarantäne ausgenommen sind. Nur ein Drittel der Reisenden muss schließlich für eine Woche in Hotels verbleiben, falls sie die Maßnahme überhaupt respektieren.

Was wird konkret vorbereitet?

Wenn die Abschaffung der Zwangsmaßnahme als selbstverständlich erscheint, sollte sie jedoch durch andere Verfahren ersetzt werden. Es ist die Rede davon, dass es wahrscheinlich ist, Schnelltests bei der Ankunft zu verallgemeinern, wie es jetzt im Hafen von La Goulette und bald auch in dem von Zarzis geschieht.

Als zweite Option ist die Verpflichtung zur Durchführung eines PCR-Tests bei der Ankunft, gefolgt von einem Zwangsaufenthalt von 24 Stunden in einem Hotel, bis die Ergebnisse bekannt sind. Negative Fälle dürfen gehen, während Covid-19-positive Fälle für einen Zeitraum von 7 Tagen zwangsweise in Quarantäne müssen.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Behörden die Mittel haben werden, um die notwendige Logistik einzusetzen und die von ihnen erlassenen Entscheidungen durchzusetzen? Denn bisher hat die Erfahrung gezeigt, dass jenseits des gezeigten guten Willens die Realität vor Ort eine ganz andere war.

Die Wissenschaftliche Kommission soll in den nächsten Tagen zusammentreffen und ihre Vorschläge dem Regierungspräsidium vorlegen, das dann über die Frage entscheidet. Aber angesichts der Tatsache, dass sich die epidemiologische Kurve in Tunesien in einer absteigenden Phase befindet, angesichts der Tatsache, dass die Intensivbetten noch nicht gesättigt sind und angesichts der Tatsache, dass die befürchteten britischen und südafrikanischen Varianten von Covid nicht massenhaft nachgewiesen wurden, ist es wahrscheinlich, dass die Regierung in den kommenden Tagen nachgeben wird.

Quelle: Destination Tunisie