Brandungsrückstrom (Rip Current): Gefahr für Badende

Häufigste Ursache für Badeunfälle an Meeresküsten ist neben Selbstüberschätzung und mangelnder Schwimmerfahrung der weitgehend unbekannte, sogenannte Brandungsrückstrom. Dieser wird auch Rippstrom, Rippströmung, Trecker oder im Englischen Rip Current genannt. Es sind lokal begrenzte Meeresströmungen, die an Stränden vorkommen und auch gute Schwimmer in Probleme bringen können.

Normalerweise läuft der Wellengang auf den Strand auf und das Wasser läuft auch so wieder ab. Die Wellen der Brandung sind also nicht mit einer gerichteten Strömung verbunden. Allerdings können sich durch den Wellengang in Ufernähe von Sandstränden Sandbänke bilden, häufig auch an vor dem Strand vorgelagerte Hindernissen wie Felsen. Dadurch kann das Wasser der Brandung nicht mehr ungehindert abfließen. In den Lücken zwischen den Hindernissen bündelt sich der Rückstrom zu einer starken Strömung, die den Badenden in Richtung offenes Meer ziehen kann. Dabei kann ein Brandungsrückstrom eine Strömungsgeschwindigkeit von bis zu 9 km/h erreichen. Zum Vergleich: Der Schwimm-Weltrekord über 400 m beträgt 6,55 km/h (Rekord aufgestellt im Jahr 2009). Ähnliche Phänomene können auch an Landzungen auftreten, die parallel zum Strand verlaufende Strömungen ins offene Meer ablenken.

Bild: National Weather Service, Wilmington, CC BY-SA 3.0

Diese hohe Geschwindigkeit, mit der man aufs Meer hinausgezogen wird, lässt unerfahrene Schwimmer in Panik ausbrechen. Die Folge ist ein panisches Anschwimmen gegen die Strömung mit der Gefahr, zu erschöpfen und zu ertrinken. Sinnvoll wäre es, sich zunächst von der Strömung treiben zu lassen und dann zu versuchen, quer zur Strömung in ruhigeres Wasser hinauszuschwimmen, um dann seitlich versetzt zurückzuschwimmen.

Für Sporttaucher, Schnorchler, Bootsfahrer und Surfer sind solche Brandungsrückströme eine gern genutzte Möglichkeit, ohne viel Kraftaufwand aufs Meer hinaus zu gelangen.

Brandungsrückstrom (National Weather Service)

Doch wie erkennt man solche Rippströme? Oft sind es Kleinigkeiten, an denen man Brandungsrückströme erkennen kann. Das Wasser kann an solchen Stellen besonders aufgewühlt oder aufgeschäumt sein und wird schnell ins Meer hinausgetrieben. An einer Stelle mit einer gefährlichen Strömung kann das auflaufende Wasser ruhiger erscheinen, da der Rückstrom die Brandung dämpft. Auch kann es Färbungsänderungen des Wassers relativ zur Umgebung geben, zum Beispiel erscheint das Wasser wegen fehlender Schaumkronen dunkler oder wegen ins Meer hinaustreibender Gischt heller. Vorsichtig sollte man auch sein, wenn beispielsweise Seetang zügig in Richtung Meer treibt. Sieht man beim Tauchen oder dem Blick durch eine Taucherbrille eine Rinne in Richtung  Meer, sollte man diesen Bereich meiden, da Rippströme den Meeresgrund auf diese Art verändern.

Grundsätzlich sollte man niemals alleine schwimmen gehen. Ist man bezüglich gefährlicher Strömungen im Zweifel, besser nicht in diesem Bereich schwimmen.

Titelbild: Komposition Pixabay und Brandungsrückstrom des National Weather Services

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