Die Ausgangssperre: Bremse für jede Erholung des Tourismus in Tunesien

Wie das tunesische Tourismusmagazin Destination Tunisie anmerkt, stellt die Tourismusbranche mit Erschrecken fest, dass die Buchungen für den nächsten Zeitraum im Vergleich zum regionalen Markttrend weiterhin ungewöhnlich niedrig sind. Was ist die Bremse für das Reiseziel Tunesien bei den Tourismusbuchungen? Eine Frage, die durch die Einstufung Tunesiens als Liste E in Italien, Liste Orange in Frankreich oder als Hochinzidenzgebiet in Deutschland noch verschärft wird. Weitere Bremsen für die Wiederaufnahme von Buchungen sind die Pflichtquarantäne im Hotel für Ungeimpfte und die Ausgangssperre, die seit dem 13. Januar 2022 zwischen 22.00 und 5.00 Uhr über das Land verhängt wurde.
Dabei ist die Gesundheitssituation im Land nicht schlechter oder besser als anderswo. Die Impfquote der Bevölkerung hat mit 12,8 Millionen bereits injizierten Dosen bei 7,1 Millionen Erstimpfungen ein sehr respektables Niveau erreicht. 4,6 Millionen Menschen erhielten bereits zwei Dosen, 1,04 Millionen drei Dosen und mehr als 30.000 Menschen eine Booster-Dosis mit einem in Europa anerkannten Impfstoff, um ihnen das Reisen zu ermöglichen. Bei einer Gesamtbevölkerung von 11 Millionen Menschen (einschließlich Minderjähriger) brauchen sich die Behörden für diese Bilanz nicht zu schämen.

  1. Bis zum 26. Januar 2022 mussten alle Reisenden, die aus dem Ausland einreisten, einen obligatorischen PCR-Test vorweisen, um ins Land einreisen zu können, auch wenn ihre Impfung bereits abgeschlossen war. Diese Verpflichtung wurde jedoch aufgehoben und nun wird der antigene Schnelltest akzeptiert. Die Auswirkungen dieser Maßnahme sind allerdings nicht sofort spürbar.
  2. Die zweite Bremse ist die obligatorische Quarantäne von nicht geimpften Personen. Die auf fünf Tage herabgesetzte Quarantäne bleibt trotz allem ein Hindernis für Reisewillige und ist Gegenstand einer Debatte zwischen Pro- und Anti-Impfwilligen.
  3. Eine weitere Bremse und größtes Hindernis für die Wiederaufnahme von Buchungen ist jedoch die Ausgangssperre, die seit dem 13. Januar 2022 zwischen 22.00 und 5.00 Uhr über das Land verhängt wurde. Offiziell handelt es sich um eine gesundheitspolitische Ausgangssperre vor dem Hintergrund eines neuen epidemischen Höhepunkts im Zusammenhang mit der Omicron-Variante.

Ein Signal der gesundheitlichen Schwäche?

Aber niemand lässt sich täuschen und es ist offensichtlich, dass diese Ausgangssperre nur ein Vorwand ist, der in erster Linie der Sicherheit dient und aus tieferen Erwägungen als dem eigentlichen Grund eingeführt wurde. Nur schaden diese Erwägungen, die nicht den Tourismus betreffen, diesem direkt. Nicht, weil die Touristen nach 22.00 Uhr ausgehen müssen, sondern weil es sich ganz einfach um ein eindeutiges Signal der gesundheitlichen Schwäche handelt, dass man an die internationale Gemeinschaft weitergibt.

Der eklatanteste Fall liegt mit Italien vor. Das Land hat die Länder, die bislang als gesundheitsgefährdend eingestuft wurden, herabgestuft und italienische Touristen können nun nach Sharm El Cheikh, Marsa Alam, Mauritius, Kuba, in die Türkei und in die Dominikanische Republik reisen, ohne bei der Rückreise Einschränkungen hinnehmen zu müssen. Dies ist bei Tunesien nicht der Fall.
Italienische Reiseveranstalter versuchen, durch Lobbyarbeit bei ihrem allmächtigen Gesundheitsministerium etwas zu bewirken, was ihnen die Öffnung der Buchungen für Tunesien ermöglichen würde. Doch trotz aller Initiativen, auch von Seiten der tunesischen Behörden und sogar auf diplomatischer Ebene, ist nichts zu machen.

In den Medien wurde in den letzten Tagen über die offizielle Ankündigung der angekündigten Rückkehr der Kreuzfahrten in den Hafen von La Goulette im März geschrieben. Aber was ist mit den italienischen Reisenden, die an Bord sein werden und in ihrem Land einer Zwangseinweisung unterliegen, weil sie das Pech hatten, in diesem Land mit hohem Gesundheitsrisiko namens Tunesien einen Zwischenstopp eingelegt zu haben?

Diese Ausgangssperre kann nur als Maskerade bezeichnet werden, da sie nichts mit Gesundheit zu tun hat. Sie schafft es lediglich, die kurz- und mittelfristig bereits äußerst besorgniserregende Wirtschaftslage weiter zu verschärfen. Eine Verlängerung über den 10. Februar hinaus wäre die schlechteste Botschaft, die man der internationalen Gemeinschaft auf allen Ebenen übermitteln könnte.

Anmerkung: Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines Artikels von Destination Tunisie und stellt nicht unbedingt unsere Meinung dar.

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