Demografie: Die tunesische Bevölkerungszahl tendiert langsam zum Rückgang

Demografie: Die aktuelle Bevölkerungszahl Tunesiens beträgt 12.025.818 Menschen, basierend auf den Projektionen der neuesten Daten der Vereinten Nationen, die die Bevölkerungszahl zum 1. Juli 2022 auf 12.046.656 Einwohner schätzt. Den jüngsten Projektionen zufolge wird die tunesische Bevölkerung bis 2058 weiter wachsen; dann wird die Bevölkerungszahl bei etwa 13,96 Millionen Menschen ihren Höchststand erreichen. Nach dieser Stabilität wird die Bevölkerung langsam zu sinken beginnen und bis 2099 13,01 Millionen erreichen.

Die Bevölkerungswachstumsrate Tunesiens von 2019 bis 2020 liegt laut den veröffentlichten Daten bei 1,06%. Diese Rate wird weiter sinken, da sich Tunesien seinem demografischen Höhepunkt im Jahr 2058 nähert. Tunesiens Geburtenrate liegt knapp über der langsam sinkenden Bevölkerungsersatzrate von 2,2 Geburten pro Frau, und das Land verzeichnet jedes Jahr einen negativen Migrationssaldo. Diese beiden Faktoren werden die Bevölkerungswachstumsrate weiter senken, bis sie bei null liegt und die Bevölkerung in den folgenden Jahren zu schrumpfen beginnt, heißt es.

In den 1960er Jahren führte die tunesische Regierung das erste Familienplanungsprogramm in Afrika ein, um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren und damit die sozioökonomische Entwicklung zu verbessern. Die Auswirkungen dieses Programms sind heute an der sinkenden Bevölkerungswachstumsrate zu erkennen.

Allerdings steht laut mehreren Fachberichten fest, dass Tunesien den demografischen Übergang zwar erfolgreich vollzogen hat, aber in sozioökonomischer Hinsicht nicht davon profitiert hat. Und das aus gutem Grund: Mit der Dominanz der Erwerbsbevölkerung (15-59 Jahre), die in Tunesien die größte Altersgruppe darstellt (64,5 % der Gesamtbevölkerung), hätte Tunesien ein erhebliches Wachstum erzielen können. Das Versagen der Beschäftigungs- und Entwicklungspolitik erklärt diesen Misserfolg, da die tunesische Bevölkerung immer älter wird, was zweifellos zahlreiche negative Folgen haben wird.

Tunesien hat seit den 2000er Jahren eine Entwicklung der Demografie erreicht, die es ermöglicht, das Potenzial für Wirtschaftswachstum auszuschöpfen, und dieses positive demografische Fenster hält in der Regel etwa 20 Jahre lang an, bevor es sich umzukehren beginnt. Die Statistiken zeigen eindeutig eine Stabilität der Bruttogeburtenrate (seit dem Jahr 2000 um 18 und 19 pro 1000 Geburten), der Bruttosterberate (seit dem Jahr 2000 um 6,5 und 6,3 pro 1000 Einwohner) und der synthetischen Fruchtbarkeitsrate (seit dem Jahr 2000 um 2,08% und 2,14%).

Seit Jahren wird zunehmend gefordert, die Folgen der Dynamik des demografischen Übergangs in Tunesien gründlich zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf die allmähliche Alterung der Bevölkerung, die Erhöhung des Heiratsalters für beide Geschlechter, die Verlängerung des Ledigenstatus, die Sexualität und das Risikoverhalten der Jugendlichen sowie den Zugang der Jugendlichen zu Verhütungsmitteln und qualitativ hochwertigen Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.

In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass sich die tunesische Bevölkerung wie folgt aufteilt: 36,9% ledig, 5,2% verwitwet, 56,6% verheiratet und 1,3% geschieden.

Experten und Forscher weisen in ihren Studien darauf hin, dass es der sozioökonomischen Politik nicht gelungen ist, die demografische Dividende zu nutzen, und dass die Umkehrung der demografischen Kurve negative Auswirkungen auf das Wachstum und die bereits schwierige Situation der Sozialkassen haben wird.

Quelle (Demografie: Die tunesische Bevölkerungszahl tendiert langsam zum Rückgang): Tunisie Numerique

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