Open Sky: EU-Botschafter fordert Tunesien auf, die Unterzeichnung nicht weiter zu verzögern

Der Botschafter der Europäischen Union (EU) in Tunesien, Marcus Cornaro, ist der Ansicht, dass Tunesien seinen Tourismussektor wiederbeleben könnte, wenn es die Unterzeichnung des Open-Sky-Abkommens mit der EU beschleunigen würde, da das Land noch zögere, das Abkommen zu unterzeichnen, um den befürchteten Bankrott der nationalen Fluggesellschaft Tunisair zu vermeiden.

Marcus Cornaro, der am Mittwoch, den 9. November 2022, mit Mosaïque FM sprach, sagte, dass die Unterzeichnung des Open-Sky-Abkommens durch die tunesische Regierung, das den tunesischen Himmel für internationale Fluggesellschaften freimacht, eine der dringendsten Lösungen sein könnte, um den Tourismussektor im Allgemeinen und den Sahara- und Oasentourismus im Besonderen anzukurbeln, da dies das Image Tunesiens fördern würde.

Der EU-Diplomat war auch der Ansicht, dass der Zeitpunkt für die tunesische Regierung gekommen sei, die Unterzeichnung dieses Abkommens anzukündigen, das sich schnell und unmittelbar auf die Ankunft ausländischer Touristen auswirken würde.

Marcus Cornaro gab diese Erklärung am Rande einer Konferenz ab, die der Ausarbeitung einer Strategie zur Entwicklung des Sahara- und Oasentourismus gewidmet war und an der Akteure des Sektors aus dem Süden Tunesiens sowie Vertreter des tunesischen Fremdenverkehrsamts (ONTT), von Reisebüros und Hotels teilnahmen. Er betonte außerdem, dass die Entwicklung des Tourismus in den inneren und südlichen Regionen Tunesiens die Stärkung der Aktivitäten ihrer Flughäfen, einschließlich des Flughafens Tozeur-Nefta, voraussetzt, da Regionen wie Tozeur, Matmata und Tataouine, die er mehrmals besuchte, ein Reservoir an Arbeitsplätzen und Investitionen für die Bewohner und insbesondere für junge Menschen darstellen, was die Öffnung von Möglichkeiten vor tunesischen und ausländischen Reiseveranstaltern für eine bessere Nutzung der touristischen und wirtschaftlichen Ressourcen und des großen Beschäftigungspotenzials erfordere, das durch die Gründung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die keine großen Finanzmittel benötigen, gesichert werden kann.

Marcus Cornaro betonte die anhaltende Unterstützung der EU für Tunesien bei der Entwicklung von Investitionen im Tourismussektor und wies darauf hin, dass die EU eine Unterstützung in Höhe von 54 Millionen Euro vorgesehen hat, die den von Jungunternehmern im Tourismussektor gegründeten KMU zugute kommen wird, während sie gleichzeitig daran arbeitet, andere Finanzierungsinstitutionen davon zu überzeugen, diese Tourismusprojekte in Tunesien zu fördern.

Im Juni 2021 hatte der Rat der Europäischen Union – das Exekutiv- und Legislativorgan der EU – grünes Licht für die Unterzeichnung des Open-Sky-Abkommens zwischen Tunesien und der Europäischen Union (EU) gegeben. Das Abkommen sollte eigentlich im Herbst 2021 unterzeichnet werden. Jedes Abkommen müsste anschließend von allen Mitgliedstaaten, der Union und der anderen Vertragspartei ratifiziert werden. Es sei daran erinnert, dass der „Offene Himmel“ ein Mechanismus der internationalen Deregulierung des Luftverkehrs ist, der die Öffnung des tunesischen Luftraums für europäische Fluggesellschaften einleiten soll.

Zum Nachlesen (.pdf):

Beschluss des Rates über die Unterzeichnung des Europa-Mittelmeer-Luftverkehrsabkommens zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten und Tunesien

Europa-Mittelmeer-Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten und Tunesien

Was ist Open Sky?
Der offene Himmel besteht zum Ersten in der Öffnung des tunesischen Luftraums sowie der nationalen Flughäfen für Flugzeuge der verschiedenen europäischen Fluggesellschaften. In einer zweiten Phase werden Flugzeuge anderer internationaler Unternehmen von dieser Vereinbarung betroffen sein. Open Sky auf deutsch Offener Himmel, bezeichnet im weitesten Sinne den freien Zugang aller Linien zu Flughäfen der Mitgliedsländer. Es ist der Grundstein der Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen, die es allen Fluggesellschaften ermöglichen, frei zwischen verschiedenen Flughäfen zu operieren. Damit wird auch die Tür für die sogenannten Billigflieger geöffnet, die Tunesien als weiteres Ziel einplanen könnten.

Quelle: Kapitalis

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